Japan hinkt eigenen SAF-Zielen hinterher, © Lufthansa Group
SAF gewonnen aus Reststoffen der Land- und Forstwirtschaft. © Lufthansa Group
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Japan liegt beim Aufbau der Produktion nachhaltiger Flugkraftstoffe weit hinter seinem eigenen Ziel zurück. Die heimische Produktion von nachhaltigem Flugkraftstoff (SAF) beläuft sich derzeit auf lediglich 30.000 Kiloliter pro Jahr – das entspricht 0,3 Prozent des gesamten Kerosinverbrauchs.

Bis 2030 strebt Japan einen SAF-Anteil von zehn Prozent an, was einem Bedarf von rund 1,7 Millionen Kilolitern entspricht. Das berichtet Reuters. Dass die Luftfahrt ihre SAF-Ziele global verfehlt, ist kein Einzelfall: IATA-Chef Willie Walsh hatte zuletzt gewarnt, dass der globale SAF-Anteil 2025 bei nur 0,8 Prozent lag – statt der angestrebten zwei Prozent.

Japans zwei größte Fluggesellschaften, ANA und Japan Airlines, sprachen bei einer gemeinsamen Präsentation im Mai von einer "Realität, die deutlich härter ist als erwartet". Fehlende Rohstoffe und mangelnde Infrastruktur bremsen den Hochlauf, während der Iran-Krieg den Energiedruck auf das rohstoffarme Land zusätzlich verschärft. Europa hingegen hat die SAF-Beimischungsquote von zwei Prozent für 2025 wohl erreicht.

Speiseöl als Rohstoff – aber nicht genug

Als wichtigster heimischer Rohstoff gilt gebrauchtes Speiseöl. Selbst wenn Japan sämtliches verfügbares Altöl einsammeln würde, kämen laut der Branchenorganisation UCO Japan höchstens 550.000 Kiloliter zusammen – nur rund ein Viertel des für 2030 benötigten SAF-Volumens.

Um mehr Rohstoff zu mobilisieren, laufen in Japan öffentlich-private Sammelkampagnen. Die Stadtregierung Tokio will die rund 7,8 Millionen Haushalte der Hauptstadt systematisch erschließen. Im vergangenen Fiskaljahr wurden 13.000 Sammelbehälter mit Anleitungen verteilt; tatsächlich gesammelt wurden 2024 lediglich 160 Kiloliter – laut "Reuters"-Berechnung gerade genug, um eine Boeing 787 rund 17 Stunden in der Luft zu halten. Neue Technologien wie solarbetriebene SAF-Herstellung, an der britische Forscher arbeiten, könnten die Abhängigkeit von Altspeiseöl künftig verringern – sind aber für Japan kurzfristig nicht relevant.

Industrie muss bis März 2027 entscheiden

Für die Raffinerieindustrie wird 2026 zum Schlüsseljahr: Die Regierung hat vorgegeben, dass finale Investitionsentscheidungen bis März 2027 fallen müssen, um eine Massenproduktion bis 2030 zu ermöglichen.

Der Energiekonzern Eneos prüft gemeinsam mit Mitsubishi den Aufbau einer SAF-Produktionskapazität von 400.000 Kilolitern ab dem Fiskaljahr 2028. Die Entscheidung hängt nach Unternehmensangaben wesentlich davon ab, wie viel Speiseöl gesammelt werden kann. Das Ingenieursunternehmen JGC, das in einem Gemeinschaftsunternehmen mit Cosmo Energy und dem Biodieselproduzenten Revo International Japans erste kommerzielle SAF-Anlage mit 30.000 Kiloliter Jahreskapazität betreibt, verwies auf die Notwendigkeit einer klareren Nachfrageprognose als Voraussetzung für eine Kapazitätserweiterung.

Da Japan bereits nahezu alles verfügbare Altöl aus gewerblichen Quellen sammelt, sind SAF-Importe nach Einschätzung von Analysten kaum zu vermeiden. "Das Ziel ist extrem ambitioniert", sagte Motoomi Suzuki, Chefökonom am Norinchukin Research Institute. Gebrauchtes Speiseöl sei auf absehbare Zeit die einzig realistische heimische Rohstoffquelle. Welche strukturellen Risiken die Abhängigkeit der Luftfahrt von fossilen Kraftstoffen birgt, haben Experten zuletzt am Beispiel der Kerosinversorgungskrise infolge des Iran-Kriegs aufgezeigt.

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Julian Jäger., © Flughafen Wien
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TGV (links) und ICE einträchtig im Pariser Gare de l'Est. Aufgenommen 2017 bei der Feier zum zehnjährigen Jubiläum der Bahnverbindung Frankfurt/Stuttgart-Paris., © Rietig
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