Israel will Deutschland angesichts der Krise in der Straße von Hormus mit Kerosin versorgen. Dies geschehe auf Anfrage des deutschen Energieministeriums, teilten das israelische Außen- und Energieministerium mit.
Außenminister Gideon Saar habe die deutsche Wirtschafts- und Energieministerin Katherina Reiche (CDU) bei seinem Besuch in Berlin über den Schritt informiert.
Das israelische Energieministerium erklärte zudem, Möglichkeiten zur Unterstützung Deutschlands beim Thema Erdgas zu prüfen. Details zu Mengen und Zeitplan nannte das Ministerium nicht.
Das Bundeswirtschaftsministerium bestätigte, man befinde sich mit mehreren Ländern in konstruktiven Gesprächen, darunter auch mit Israel. Israel habe im Rahmen einer bestehenden Energiepartnerschaft Lieferungen von Kerosin und Erdgas in Aussicht gestellt.
Angaben zu Details und Mengen lägen nicht vor, da die Unternehmen die Verträge selbst abschliessen würden. Die Bundesregierung flankiere derartige Lieferungen mit Gesprächen.
Kein Engpass – aber Vorbereitung auf Krisenszenarien
Das Bundeswirtschaftsministerium betonte: "Es gibt derzeit keine physischen Energieknappheiten in Deutschland." Man beobachte die Lage aufmerksam und stehe in engem Austausch mit der Branche.
Beim Kerosin-Roundtable am 20. April hätten Mineralölwirtschaft und Luftfahrt übereinstimmend berichtet, dass noch keine physischen Knappheiten eingetreten seien. Die Freigabe von Rohölprodukten aus den Reserven sei teilweise erfolgt, jedoch seien nicht alle Mengen abgenommen worden.
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) hatte zuletzt erklärt, Kerosinmangel sei für Deutschland kein Thema. Auch der Nationale Sicherheitsrat hatte im April die Vorräte als "für absehbare Zeit" ausreichend eingestuft, jedoch die "angespannte Situation" anerkannt.
Mit dem Iran-Krieg hat sich der Kerosinpreis mehr als verdoppelt. Experten warnen vor möglichen Engpässen im Sommer.