Die iranischen Revolutionsgarden haben mit der Schließung weiterer Schifffahrtsrouten in der Straße von Hormus gedroht. Bestimmte vom Iran als illegal eingestufte Passagen nahe der Küste des Oman würden in Kürze gesperrt, erklärte Mohammad Resa Nakdi, ein Berater des Kommandeurs der Revolutionsgarden. Das meldete die halboffizielle iranische Nachrichtenagentur "Fars".
Die Straße von Hormus werde abgeriegelt und stehe unter vollständiger Kontrolle der iranischen Streitkräfte, bis die Forderungen des Landes erfüllt seien, sagte Nakdi weiter. Damit widersprach er Berichten, wonach die Ölexporte aus der Golfregion fast wieder das Niveau von vor Beginn des Konflikts im Februar erreicht hätten.
Der Konflikt hatte Ende Februar mit Luftangriffen der USA und Israels auf den Iran begonnen. Teheran blockierte daraufhin die Straße von Hormus, die USA verhängten im Gegenzug eine Seeblockade iranischer Häfen. Die Blockade kappte rund ein Fünftel der weltweiten Kerosinversorgung auf dem Seeweg, und die Kerosinpreise verdoppelten sich.
Nach mehr als fünf Wochen Krieg gab es im April eine Waffenruhe. Mitte Juni verständigten sich Washington und Teheran auf ein Rahmenabkommen, dessen zentrales Element die Wiederöffnung der Straße von Hormus ist. Der entsprechende Passus lässt Interpretationsspielraum. Der Iran beharrt darauf, laut dem Abkommen allein für die Verwaltung der Meerenge verantwortlich zu sein.
Anfang Juli eskalierte die Lage erneut. Die USA bombardierten rund 90 Ziele entlang der iranischen Küste, nach Angaben von Präsident Donald Trump als Vergeltung für den Beschuss von Schiffen durch den Iran. Die Revolutionsgarden griffen nach eigenen Angaben US-Stützpunkte in Kuwait und Bahrain an. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi erklärte damals, es werde keine Verhandlungen über ein endgültiges Abkommen geben, solange die Drohungen andauerten.