Ethiopian Airlines wird voraussichtlich innerhalb der nächsten drei Monate über eine Bestellung von 25 kleineren Verkehrsflugzeugen entscheiden. Das sagte Vorstandschef Mesfin Tasew Bekele am Rande der IATA-Jahreshauptversammlung in Rio de Janeiro gegenüber "Reuters". Die Maschinen sollen sowohl auf Inlandsrouten als auch auf Verbindungen in Nachbarländer eingesetzt werden.
Im Rennen sind der Airbus A220, die Embraer E2 sowie die Boeing 737 Max 7. Letztere wird noch in diesem Jahr von der US-Luftfahrtbehörde FAA zertifiziert, wie es aus Reuters-Angaben heißt.
"Es gibt einige offene Punkte, aber wahrscheinlich werden wir innerhalb von drei Monaten entscheiden", sagte Bekele, ohne die Punkte näher zu erläutern.
Treibstoffkosten belasten das Geschäft
Wie andere Airlines kämpft Ethiopian Airlines mit den gestiegenen Kerosinpreisen infolge des Iran-Krieges. Systemweit gibt der Carrier derzeit rund 60 Prozent mehr für Treibstoff aus als zuvor.
Zwar konnten Versorgungsengpässe inzwischen behoben werden – die Preise bleiben jedoch ein ernstes Problem. "Wir haben das Versorgungsproblem gelöst. Das ist jetzt in Ordnung", sagte Bekele. "Aber das Preisproblem ist ein ernstes Problem."
Als Reaktion auf die gesunkene Nachfrage hat Ethiopian Airlines Flüge in den Nahen Osten reduziert. So wurde etwa die tägliche Frequenz nach Dubai von drei auf zwei Flüge gesenkt.
Der Airbus A220 steht als einer der Kandidaten unter besonderem Druck: Das Programm schreibt weiterhin rote Zahlen und sieht sich scharfem Wettbewerb durch den brasilianischen Konkurrenten Embraer ausgesetzt. Ethiopian Airlines betreibt derzeit 147 Flugzeuge.