Emirates ist nach eigener Einschätzung nur zur Hälfte gegen steigende Kerosinpreise abgesichert und versucht, die gestiegenen Kosten nicht in vollem Umfang an die Passagiere weiterzugeben. Das sagte der stellvertretende Präsident und Handelsvorstand der Fluggesellschaft, Adnan Kazim, in einem Interview. Grund für den Preisdruck seien die Folgen des Kriegs im Iran für die weltweiten Kraftstoffmärkte.
"Ich würde sagen, dass wir bei unserer Position zur Hälfte abgesichert und zur Hälfte dem Markt ausgesetzt sind", sagte Kazim. "Wir halten die Preise angesichts der aktuell hohen Betriebskosten so weit wie möglich zurück."
Der Krieg im Iran hatte den Flugverkehr bereits in diesem Jahr gestört, die Kraftstoffpreise nach oben getrieben und im gesamten Nahen Osten sowie darüber hinaus zu Verspätungen, Annullierungen und Umleitungen geführt. Die Region liefert einen Großteil des weltweit benötigten Kerosins. Produktion und Exporte sind durch die faktische Sperrung der Straße von Hormus sowie durch Angriffe auf Energieinfrastruktur beeinträchtigt.
Die Ölsorte Brent näherte sich zu Beginn der Woche einem Preis von 110 US-Dollar (rund 95 Euro) je Barrel. "Wir versuchen, so viel Spielraum wie möglich herauszuholen. Die Preise können wir nicht erhöhen, weil wir sonst Passagiere verlieren würden", sagte Kazim.
Emirates hatte im Mai mitgeteilt, bis 2028/2029 gut gegen Kerosinpreise abgesichert zu sein und über ausreichende Treibstoffreserven zu verfügen, um den laufenden Betrieb sowie eine Rückkehr zum Kapazitätsniveau vor den Störungen zu sichern.