Im Krieg zwischen dem Iran auf der einen sowie den USA und Israel auf der anderen Seite hat Teheran nach Angaben der bahrainischen Zivilluftfahrtbehörde (CAA) die zivilen Flugsicherungssysteme des Golfstaats angegriffen. Der Flugbetrieb sei davon nicht beeinträchtigt worden, teilte die Behörde der staatlichen Nachrichtenagentur Bahrains mit. Flüge sowie der Flugverkehr über Bahrain liefen demnach weiterhin normal.
Der Vorfall reiht sich ein in eine weitere Nacht massiver Kampfhandlungen: Die USA bombardierten nach Angaben der "Deutschen Presse-Agentur" bereits die neunte Nacht in Folge Ziele in der Islamischen Republik. Das US-Militär teilte nach der jüngsten Angriffswelle mit, man habe militärische Kommandozentralen, Anlagen zur Flugabwehr und Küstenüberwachung, Vorrichtungen für Raketen- und Drohnenstarts sowie Kommunikationsnetzwerke im Iran ins Visier genommen. Teheran meldete daraufhin Explosionen in mehreren Landesteilen und reagierte erneut mit Vergeltungsangriffen auf Bahrain und Kuwait – dort heulten am Morgen erneut die Sirenen, während die Streitkräfte Kuwaits neue Drohnenangriffe aus dem Iran meldeten.
US-Militär verlegt weitere Kampf- und Tankflugzeuge in die Golfregion
Für den Luftverkehr in der Region verschärft sich die Lage auch durch Truppenbewegungen der US-Streitkräfte. Nach Medienberichten verlegen die USA weitere Kampf- und Tankflugzeuge in die Konfliktregion. Wie das "Wall Street Journal" unter Berufung auf US-Beamte berichtete, erwägt US-Präsident Donald Trump zudem eine Ausweitung der Einsätze gegen den Iran – etwa durch verstärkte Luftangriffe, den Einsatz von Bodentruppen zur Besetzung iranischer Inseln nahe der Straße von Hormus sowie die Bombardierung einer iranischen Atomanlage, die als "Pickaxe Mountain" bekannt ist.
Trotz der eskalierenden militärischen Lage gibt es erstmals seit Tagen wieder Zeichen für eine mögliche diplomatische Annäherung. US-Außenminister Marco Rubio erklärte, man sei "stets offen für Diplomatie" – sofern Teheran bereit sei, eine getroffene Vereinbarung einzuhalten. Man werde es "auch weiterhin versuchen. Sollte sich diese Tür öffnen, würden wir das begrüßen", sagte Rubio.
Der Iran erhielt eigenen Angaben zufolge Vorschläge von Vermittlern für eine Wiederaufnahme der Verhandlungen. Der iranische Außenamtssprecher Ismail Baghai bestätigte eine entsprechende Frage in Teheran, wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete. Der Iran werde sich jedoch weiter entschlossen verteidigen, sagte der Sprecher.
Trump droht mit weiteren Angriffen, Straße von Hormus bleibt Krisenherd
Trump begründete die jüngsten Angriffe mit dem Tod mehrerer US-Soldaten. Die Angriffe auf den Iran seien "zu Ehren" der gefallenen Soldaten erfolgt, sagte er nach seiner Rückkehr vom WM-Endspiel vor Reportern. "Wir haben sie [die Iraner] heute Nacht wieder sehr hart getroffen", sagte Trump. Der Iran habe im Krieg militärisch fast alles verloren und verfüge nur noch über wenige Raketen und Drohnen, behauptete der US-Präsident.
Als Hintergrund für die Eskalation bleibt die Straße von Hormus von zentraler Bedeutung – die Meerenge ist für den Export von Öl und Gas aus der Region sowie für den Warenhandel von großer Wichtigkeit. Dort wurde in der Nacht ein Schiff nahe der omanischen Küste angegriffen, das daraufhin in Brand geriet. Die Besatzung wurde evakuiert, wie die britische Behörde "UKMTO" meldete. Irans Revolutionsgarden erklärten laut der Nachrichtenagentur "Fars", zwei Öltanker seien beim Versuch, über eine nicht vom Iran vorgegebene Route durch die Meerenge zu fahren, "explodiert".
Die Ölpreise legten im Zuge der Zuspitzung erneut zu und überstiegen erstmals seit Anfang Juni die Marke von 90 US-Dollar (rund 78,82 Euro) je Barrel.