Condor hat sich endgültig vom Flughafen Leipzig/Halle zurückgezogen. Wie aus Flugdaten hervorgeht, hat die deutsche Fluggesellschaft mit dem Start des Winterflugplans am Wochenende alle Verbindungen an die estnische Schwestergesellschaft Marabu übergeben und das vor Ort stationierte Flugzeug abgezogen.
Auch zum kommenden Sommerflugplan scheint Condor nicht mehr nach Leipzig/Halle zurückzukehren. Alle Sommerrouten von und nach Leipzig sollen laut dem aktuell veröffentlichen Condor-Sommerflugplan ebenfalls von Marabu übernommen werden.
Unbestätigten Berichten zufolge soll die Condor-Crew-Basis trotz des Flugzeug-Abzugs zunächst bestehen bleiben.
Eine Condor-Sprecherin teilte auf Anfrage mit, dass die Planungen für den Sommer 2026 "noch nicht final abgeschlossen" seien. Im Winter 2025/26 bediene Marabu Airlines ab dem Flughafen Leipzig/Halle sieben Urlaubsdestinationen.
Kurzfristig aktualisierter Flugplan
Condor hatte ihren neuen Winterflugplan erst am Montag nochmals aktualisiert. Alle Flüge von und nach Leipzig/Halle werden demnach ab sofort von Marabu durchgeführt.
Daten des zuvor veröffentlichten Winterflugplans zeigten, dass die Verbindung nach Hurghada ursprünglich eigentlich noch von Condor durchgeführt werden sollte. Diese übernimmt nun aber ebenfalls Marabu mit einer täglichen Verbindung.
Marabu verbindet Leipzig/Halle zudem mit Heraklion, Funchal, Fuerteventura, Gran Canaria, Teneriffa-Süd sowie Palma de Mallorca. Die Antalya-Verbindung der Condor wurde ersatzlos gestrichen.
Condor hatte bereits zuvor Leipzig-Routen an die Attestor-Schwestergesellschaft Marabu abgegeben. Zuletzt war nun noch ein Condor-Flugzeug vor Ort stationiert.
Marabu dagegen hatte dann Ende März eine eigene Basis in Leipzig/Halle eröffnet, die zunächst parallel zur Basis der Condor betrieben wurde. Seitdem hat Marabu die Leipziger Basis auf drei Maschinen ausgebaut.
Flugzeugmangel belastet Condor
Dass sich Condor aus Leipzig zurückzieht, liegt Beobachtern zufolge nicht nur an der Präsenz der estnischen Attestor-Schwestergesellschaft.
Condor fehlen aktuell Flugzeuge. Während die Boeing-757-Flotte ausgemustert wird, wurden noch nicht genügend neue Airbus A321 als Ersatz ausgeliefert. Gleichzeitig muss Condor eigene Zubringerflüge nach Frankfurt betreiben, nachdem Lufthansa einen entsprechenden Vertrag gekündigt hatte.
Das Urteil im Zubringerstreit mit Lufthansa wurde im Oktober 2025 rechtskräftig. Das Oberlandesgericht Düsseldorf hatte die Entscheidung des Bundeskartellamts aufgrund eines Verfahrensfehlers aufgehoben, die Condor einen Anspruch auf bevorzugte Zubringerflüge zugesprochen hatte.
Condor arbeitet aktuell daran, wieder in die Gewinnzone zu fliegen und ihre Corona-Staatshilfen zurückzubezahlen. Für das Geschäftsjahr 2023/24 hatte die Airline zuletzt einen Jahresfehlbetrag von 62 Millionen Euro ausgewiesen. Neuere Zahlen liegen noch nicht offiziell vor. Finanzinvestor Attestor hatte die Airline 2021 nach zwei "Nahtoderfahrungen" zu 51 Prozent übernommen. Den Rest hält nach wie vor eine staatliche Auffanggesellschaft.