Lufthansa und Eurowings verzeichnen wegen des bevorstehenden längsten Streiks in der Geschichte der Deutschen Bahn mehr Buchungen.
"Eurowings verzeichnet in diesen Tagen die höchsten Buchungseingänge seit mehr als vier Jahren", sagte ein Sprecher der Lufthansa-Tochter der Nachrichtenagentur Reuters. "Dabei stellen wir eine sprunghaft steigende Nachfrage insbesondere auf innerdeutschen Strecken fest."
An Flughäfen wie Düsseldorf, Hamburg, Berlin, Köln/Bonn oder Stuttgart verfüge Eurowings aber noch über freie Kapazitäten. Zusatzflüge und der Einsatz größerer Airbus-Flugzeuge würden geprüft.
Lufthansa verzeichnet während des von Mittwoch bis Montag geplanten Bahnstreiks "einige zusätzliche Buchungen für ihre innerdeutschen Flugverbindungen und setzt auf verschiedenen Strecken größere Flugzeuge ein, um möglichst vielen Gästen eine Reisemöglichkeit zu bieten", wie ein Unternehmenssprecher sagte.
Über das Kombi-Angebot "Lufthansa Express Rail" könnten aber auch Gäste der Lufthansa Opfer des Streiks auf der Schiene werden. Man informiere die Kunden über Verbindungen und Ausfälle, teilte Lufthansa mit. Die Tickets könnten kostenfrei umgebucht werden.
Der Bahnstreik kommt der heimischen Wirtschaft nach Prognose von Ökonomen teuer zu stehen. "Ein eintägiger bundesweiter Bahnstreik kostet etwa 100 Millionen Euro am Tag an Wirtschaftsleistung", sagte der Konjunkturchef des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln), Michael Grömling, zu Reuters.
Bei der nun angekündigten Streikdauer von sechs Tagen würden die Kosten nicht mehr linear steigen, sondern sich teils multiplizieren. "Wir sind da schnell bei einer Milliarde Euro Schaden", sagte Grömling.