Der starke Anstieg der Kerosinpreise schlägt sich zunehmend in den Ticketkosten nieder. Das zeigt eine Auswertung des Datenanbieters Cirium, über die das "Handelsblatt" berichtet. Besonders deutlich zogen die Economy-Tarife der Billigflieger Ryanair, Easyjet und Wizz Air an. Für ein Ticket auf innereuropäischen Strecken zahlten Reisende im Februar im Mittel 73,14 US-Dollar, bis Mai stieg der Betrag auf 84,37 US-Dollar – ein Aufschlag von 15,4 Prozent in nur drei Monaten. Gegenüber Mai des vergangenen Jahres liegt das Plus bei 39,2 Prozent, seit Anfang 2024 habe sich der Preis den Angaben zufolge mehr als verdoppelt. Grundlage sind laut "Handelsblatt" reine Durchschnittspreise ohne Steuern und Gebühren.
Auch die etablierten Netzwerk-Airlines gaben höhere Kosten weiter, wenn auch maßvoller. Die Lufthansa, die IAG und die Air France-KLM verlangten im Mai für Economy-Tickets auf Europastrecken 7,2 Prozent mehr als im Februar. Im Jahresvergleich liegt der Aufschlag bei 10,3 Prozent, seit Anfang 2024 bei rund 48 Prozent.
Auch über den Nordatlantik wurde es teurer. Für Economy-Tickets verlangten die drei europäischen Airline-Gruppen im Mai im Schnitt 649 US-Dollar, gut 20 Prozent mehr als vor Beginn des Iran-Konflikts. Bei United Airlines, Delta Air Lines und American Airlines fiel der Aufschlag mit rund 22 Prozent noch höher aus, während die Business Class auf denselben Routen weitgehend stabil blieb oder leicht nachgab. Die Airlines geben ihre Mehrkosten damit vor allem über die Economy Class und auf Europastrecken weiter.
Für die zweite Jahreshälfte kündigten mehrere Fluggesellschaften bereits an, die Mehrkosten stärker weiterzugeben. Zudem kürzen Airlines zum Teil ihre Kapazitäten.