Airbus hat im September nach Informationen aus Branchenkreisen bis zu 72 Flugzeuge ausgeliefert. Das wären fast so viele wie ein Jahr zuvor, als der Hersteller 73 Jets übergeben hatte. Damit hätte Airbus die Folgen eines jüngst aufgetretenen Qualitätsmangels in der Produktion begrenzt.
Airbus wollte sich vor dem monatlichen Industriebericht, der am 8. Oktober erscheinen soll, nicht zu der vorläufigen Zahl äußern.
Bestätigt sich der Wert, liegt er über den von Analysten erfassten Auslieferungen. Diese hatten die Zahl im mittleren bis oberen 60er-Bereich verortet. Die Analysten von Jefferies hatten 68 Auslieferungen geschätzt. Die Airbus-Aktie legte am Freitagvormittag um rund 1,8 Prozent zu.
Dem unerwartet höheren Tempo waren Sorgen über die Auswirkungen von Verzögerungen vorausgegangen. Dazu zählen das jüngste Produktionsproblem mit Bauteilen für die A321 Neo sowie bestehende Engpässe bei Triebwerken und anderen Teilen.
Rekordquartal für das Jahresziel nötig
Um die Auslieferungen der A321 Neo am Laufen zu halten, hat Airbus den Airlines nach Informationen aus Branchenkreisen Zugeständnisse gemacht. Dies sei trotz der Aussicht auf höhere Kosten durch kürzere Wartungsintervalle geschehen.
Um das Jahresziel von rund 870 Flugzeugen zu erreichen, muss Airbus im vierten Quartal dennoch so viele Jets ausliefern wie nie zuvor. Lars Wagner, der die Zivilflugzeugsparte Airbus Commercial leitet, hatte in dieser Woche gesagt, er sei "sehr zuversichtlich", das Ziel zu erreichen.
Branchenkreise hatten in dieser Woche bereits berichtet, der September ende unter den geplanten Werten. Ein Insider sagte, wegen der kumulierten Folgen jüngster Verzögerungen hätten sich insgesamt 20 Jets vom dritten ins vierte Quartal verschoben.