Air-France-Chef Ben Smith sieht die Strategie seiner Fluggesellschaft, verstärkt auf Luxus zu setzen, bestätigt. Teure Extras wie Kaviar und Champagner an Bord würden Air France helfen, die Folgen des seit fast sieben Monaten andauernden Kriegs um den Iran abzufedern, sagte Smith.
Fluggesellschaften weltweit kämpfen mit deutlich gestiegenen Treibstoffkosten und gestörten Reisemustern infolge des Konflikts. Das betrifft auch den Air-France-Mutterkonzern Air France-KLM. Mehrere Airlines haben deshalb bereits Kapazitäten gekürzt und ihre Ausgaben gesenkt.
Air France kommt nach eigener Darstellung bislang vergleichsweise gut durch die Krise. Die Fluggesellschaft nutzt den Hype um die Fernsehserie "Emily in Paris" und die anhaltende Faszination von Touristen für Mode, Gastronomie und Hotellerie der französischen Hauptstadt. Sie hat ihre Premium-Angebote ausgebaut, die Bordmenüs mit Produkten von Luxusmarken aufgewertet und stark in ihre lukrativsten Kabinenklassen investiert.
"Alle Luxusmarken haben ihren Sitz in Paris. Wir haben mehr Restaurants mit Michelin-Sternen als irgendwo sonst auf der Welt", sagte Smith am Rande einer Preisverleihung in London. "Paris ist also eine ganz besondere Stadt. Sie ist nicht nur kulturell wunderschön, sondern auch eine Luxusstadt."
Wachsende Nachfrage nach Premium-Reisen
Auch andere große europäische Airline-Konzerne setzen zunehmend auf das Premium-Segment. Die IAG, Muttergesellschaft von British Airways, und die Lufthansa haben in den vergangenen Jahren neu gestaltete First-Class-Kabinen vorgestellt. Grund ist die wachsende Nachfrage nach Premium-Reisen, insbesondere von wohlhabenden Passagieren aus den USA.
Smith sagte, die vermögendsten Kunden von Air France ließen sich von den höheren Preisen nicht abschrecken. Einige frühere Nutzer von Privatjets wechselten demnach sogar in die First Class, offenbar um der Kritik an den hohen Emissionen von Privatflügen zu entgehen.
Premium Economy, Business und First Class hätten in diesem Jahr allesamt Zuwächse bei Buchungen und Umsatz verzeichnet, sagte Smith. Das gelte, obwohl Air France die Ticketpreise angehoben habe, um die gestiegenen Treibstoffkosten auszugleichen. Der Umsatz mit First Class und Premium-Reisen ist nach Unternehmensangaben um elf Prozent gestiegen.
Smith spielte zudem Sorgen herunter, wonach die steigende Inflation in den USA das Geschäft mit Premium-Reisenden belasten könnte. "Wir haben die Ticketpreise deutlich angehoben, aber nein, es läuft ziemlich solide. Es ist besser, als ich erwartet hätte", sagte er.