Air Canada hat ihre Jahresprognose nach unten angepasst. Grund sind erwartete anhaltend hohe Treibstoffpreise infolge des Nahost-Konflikts.
Für 2026 rechnet Kanadas größte Fluggesellschaft nun mit einem bereinigten Gewinn von 2,9 bis 3,2 Milliarden kanadischen Dollar (rund 1,8 bis 1,98 Milliarden Euro), vor der Aussetzung waren 3,35 bis 3,75 Milliarden kanadische Dollar veranschlagt worden.
Air Canada hatte den Ausblick im April ausgesetzt, nachdem der Iran die Straße von Hormus blockiert hatte. Das hatte Unsicherheit über Versorgung und Preise von Kerosin ausgelöst.
Nach Angaben von Air Canada wird der Druck auf die Treibstoffpreise weiterhin auch durch erhebliche Störungen internationaler Schifffahrtsrouten verschärft. Im zweiten Quartal seien die Treibstoffkosten im Jahresvergleich um 49 Prozent gestiegen.
Für das dritte Quartal rechnet die in Montreal ansässige Airline nun im Schnitt mit einem Kerosinpreis von 1,38 kanadischen Dollar pro Liter. Für das vierte Quartal rechnet die Airline mit 1,29 kanadischen Dollar pro Liter.
Zuvor war für das Gesamtjahr ein Durchschnittswert von 0,90 kanadischen Dollar pro Liter angenommen worden. Die neuen Annahmen spiegeln nach Angaben des Unternehmens auch dessen Kapazitätsplanung wider.
Kerosin macht bei Fluggesellschaften in der Regel etwa ein Viertel der Betriebskosten aus, was sie anfällig für plötzliche Preissprünge macht.
Für den freien Cashflow rechnet Air Canada 2026 nun mit 200 bis 500 Millionen kanadischen Dollar, nach zuvor prognostizierten 400 bis 800 Millionen.
Im zweiten Quartal hatte der bereinigte Gewinn je Aktie mit 0,40 kanadischen Dollar dennoch die Erwartungen übertroffen. Die Airline profitierte von einer starken Nachfrage im Premium- und Geschäftsreisesegment, höheren Ticketpreisen und Kostensenkungen.
Blackstone-Gruppe investiert in Bonusprogramm Aeroplan
Air Canada teilte zudem mit, dass von Blackstone verwaltete Fonds gemeinsam mit drei kanadischen Vermögensverwaltern eine Minderheitsbeteiligung von 2,5 Milliarden kanadischen Dollar am Vielfliegerprogramm Aeroplan übernehmen.
Die von Blackstone und der kanadischen Investmentgesellschaft La Caisse aus Québec angeführte Investorengruppe erhält damit einen nicht beherrschenden Anteil von 25 Prozent an Aeroplan. Das bewertet das Programm mit zehn Milliarden kanadischen Dollar.
Der Erlös aus der Transaktion soll eine fällige Anleihe über 1,2 Milliarden US-Dollar (rund 1,04 Milliarden Euro) zurückzahlen und die Bilanz des Unternehmens stärken. Der Großteil des restlichen Betrags solle nach Angaben von Air Canada dazu verwendet werden, im Rahmen der langfristigen strategischen Planung vorgesehene Aktienrückkäufe zu beschleunigen.