Hamburgs Flughafenchef über Passagierrekord, Reiseziele und die A380

09.12.2016 - 16:23 0 Kommentare

Hamburgs Flughafenchef Michael Eggenschwiler hat sich jetzt zu zahlreichen Tehmen geäußert. Er sprach unter anderem über den angepeilten Passagierrekord, die A380 in Hamburg, wichtige Reiseziele und Gespräche mit United Airlines.

Michael Eggenschwiler, Vorsitzender der Geschäftsführung Hamburg Airport - © © dpa - Daniel Reinhardt

Michael Eggenschwiler, Vorsitzender der Geschäftsführung Hamburg Airport © dpa /Daniel Reinhardt

Der Flughafen Hamburg rechnet noch vor Ablauf dieses Jahres mit dem Überschreiten der angepeilten Rekord-Marke von 16 Millionen Passagieren. Das würde einer Steigerung von gut drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeuten. Die Zahlen, sagte Flughafenchef Michael Eggenschwiler jetzt vor dem norddeutschen Luftfahrt-Presse-Club, hätten ohne die Streiks der Lufthansa-Piloten und den Ausstand der Eurowings-Kabinenbesatzungen noch günstiger ausfallen können.

Was das Passagierwachstum angeht, läge Hamburg damit an dritter Stelle nach den Low-Cost-Standorten Berlin-Schönefeld (rund plus 40 Prozent bis Ende Oktober) und Köln/Bonn (plus 17 Prozent), aber vor dem Drehkreuz Frankfurt (minus ein Prozent) und in etwa gleichauf mit dem Drehkreuz in München (plus drei Prozent).

Angesprochen auf die wirtschaftliche Situation sagte Eggenschwiler, dass er ein Ergebnis in der Größenordnung des Vorjahres erwartet. Damals wurde ein Gewinn in Höhe von 40 Millionen Euro erzielt. Die Finanzdaten für 2016 sollen im kommenden April veröffentlicht werden.

Mallorca bleibt wichtigstes Reiseziel

Die Schere zwischen dem Passagierwachstum und der Anzahl der Flugbewegungen würde sich immer weiter öffnen, so Airport-Chef Eggenschwiler. Grund sei der Einsatz größerer Flugzeuge, gleichzeitig gehe die Zahl der Flugbewegungen um sieben Prozent zurück. Im Vergleich zu 2015 sei die Auslastung der Maschinen am Hansestadt-Airport um mehr als einen Prozentpunkt auf rund 77 Prozent gestiegen.

Wichtigstes Flugziel von und nach Hamburg bleibt auch 2016 die Baleareninsel Mallorca mit rund 840.000 Reisenden, gefolgt von London mit 800.000 und Zürich mit rund 560.000. Rückgänge gab es dagegen bei den Verkehren nach Antalya und Wien, während Dubai und Paris bei den Passagierzahlen auf Vorjahresniveau blieben.

Airport bereitet sich auf A380 vor

Angesprochen auf den möglichen Einsatz einer A380 von Emirates in Hamburg sagte Eggenschwiler, dass sich der Flughafen durch den Bau von zwei Doppel-Fluggastbrücken darauf infrastrukturell vorbereite. Emirates-Chef Tim Clark hatte zuvor angekündigt, die A380 nach Hamburg zu schicken, sobald die Voraussetzungen am Airport gegeben sind. Laut Eggenschwiler habe die Golf-Airline diesbezüglich aber bislang keine konkreten Pläne oder einen verbindlichen Termin genannt.

© AirTeamImages.com, Alun Morris Jones Lesen Sie auch: Hamburg wird zur A380-Destination

Als besonders erfreulich bezeichnete er die Entwicklung des Luftfrachtgeschäfts, das laut Jahresprognose in 2016 bei den geflogenen Gütern um zwölf Prozent gegenüber 2015 wachsen werde. Grund sei die Errichtung des neuen Hamburg Airport Cargo Centers auf dem Gelände des Flughafens, das seit Mitte des Jahres in Betrieb ist.

Gespräche mit United Airlines

Hingegen bezeichnete er es als bedauerlich, dass United Airlines ihren seit zehn Jahren durchgeführten Ganzjahresflug Hamburg-Newark auf saisonalen Sommerbetrieb umstellen wird. "Durch die Terrorangst fliegen weniger Amerikaner nach Europa", sagte der Airport-Chef. Der Flughafen arbeite aber zusammen mit der Hamburger Handelskammer unter Einbindung von United intensiv an einer neuen Lösung.

Als Highlights in 2016 nannte Eggenschwiler die Umbenennung des Flughafens in Hamburg Airport "Helmut Schmidt" sowie die Organisation der An- und Abreise von rund 80 Delegationen der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) über den Hamburger Airport. Die dabei gemachten Erfahrungen seien im Hinblick auf das ebenfalls in der Hansestadt stattfindende G20-Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs vom 7. bis 8. Juli 2017 sehr nützlich. Den regulären Passagierbetrieb werde dieses Großereignis voraussichtlich kaum einschränken, meinte er.

© dpa, Christian Charisius Lesen Sie auch: Airport Hamburg trägt nun Namenszusatz "Helmut Schmidt"

Von: Heiner Siegmund
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