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Ein Pilot der Lufthansa trägt im Flughafen von Frankfurt am Main seine Mütze unter dem Arm. © dpa / Boris Roessler

Das Lohnangebot der Lufthansa an ihre Piloten hat Bewegung in den festgefahrenen Tarifkonflikt gebracht. Nach dem am Mittwoch beendeten Pilotenstreik sondieren Unternehmen und die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) derzeit, ob sie wieder in Verhandlungen einsteigen. Dabei blieb zunächst unklar, ob sie die Dienste eines Schlichters in Anspruch nehmen wollen.

Der neue Vorschlag der Lufthansa sei "sehr unscharf formuliert", hieß es von Seiten der VC. Daher habe man Fragen an den Konzern formuliert. Nun warte man auf eine Antwort. Lufthansa bestätigte den Eingang des Fragenkatalogs.

Nach einer sechstägigen Streikwelle machen die Lufthansa-Piloten am Donnerstag eine Pause. Auch am Freitag werde nicht gestreikt, kündigte ein Sprecher der Pilotengewerkschaft an.

Lufthansa will zurück an Verhandlungstisch

Die Lufthansa bot an, die Vergütung der Piloten könne für 2016 um 2,4 Prozent und für 2017 um weitere 2,0 Prozent steigen. Zudem ist eine nicht näher bezifferte Einmalzahlung vorgesehen. Der Vorschlag sei "nicht an weitere Bedingungen geknüpft", teilte das Unternehmen mit.

Bereits am vergangenen Freitag hatte Lufthansa eine Lohnerhöhung um 4,4 Prozent und eine Einmalzahlung von 1,8 Monatsgehältern angeboten. Dies war allerdings in einen Gesamtvorschlag eingebettet, der auch die Fragen zu Betriebs- und Übergangsrenten beinhaltet.

Das neueste Angebot wurde der Gewerkschaft laut Lufthansa-Angaben bereits am Dienstagabend übermittelt. Mit dem Vorschlag zur Tariferhöhung ohne weitere Bedingungen werde "auf eine zentrale Forderung" der Vereinigung Cockpit eingegangen, so die Fluggesellschaft.

© dpa, Uwe Anspach Lesen Sie auch: Pilotenstreiks sorgen für Spannungen innerhalb des Lufthansa-Personals

"Wir wollen schnellstmöglich an den Verhandlungstisch zurückkehren", erklärte Personalvorstand Bettina Volkens. Das Unternehmen stehe bereit, um eine Schlichtung einzuleiten. Die VC hatte zuletzt für einen Zeitraum von fünf Jahren Tariferhöhungen von zusammen 22 Prozent bis April 2017 verlangt.

Am Mittwoch strich Lufthansa wegen des Pilotenstreiks noch einmal 890 Flüge, davon waren rund 98.000 Passagiere betroffen. Am Donnerstag will die Airline wieder nahezu nach Plan fliegen. Rund 40 Flüge würden noch ausfallen, hieß es.

Täglicher Schaden in Millionenhöhe

Die Ausstände der Piloten treffen den Flugbetrieb des Konzerns seit vergangener Woche immer wieder. Laut Lufthansa waren an den sechs Streiktagen seit vergangenem Mittwoch insgesamt 4461 Flüge ausgefallen, mehr als 525.000 Passagiere waren betroffen. Lediglich am Sonntag und Montag legten die Piloten eine Pause ein. Das Unternehmen geht von einem Schaden von zehn bis 15 Millionen Euro täglich aus.

© dpa, Boris Roessler Lesen Sie auch: Lufthansa-Kapitän: Halten Streiks "zur Not noch fünf Jahre durch"

Lufthansa und Cockpit streiten schon seit Jahren um die Gehälter von rund 5400 Piloten der Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings. Die Fluggesellschaft hatte in dieser und der vergangenen Woche versucht, die Streiks gerichtlich stoppen zu lassen - jedoch ohne Erfolg.

Airline weist Medienbericht zurück

Unter Berufung auf Unternehmenskreise und Kreise der VC berichtete die "Bild"-Zeitung über Rückmeldungen aus dem Lufthansa-Management, wonach die Buchungsrückgänge aufgrund des aktuellen Arbeitskampfes "deutlich spürbar sind".

Zugleich sei die Auslastung der trotz Streiks durchgeführten Langstreckenflüge erheblich gesunken, zitierte das Blatt aus einem Schreiben der Gewerkschaft an ihre Mitglieder. Die Auslastung liege zum Teil bei weniger als zehn Prozent. Die Lufthansa wies den Bericht zurück. Es sei "noch zu früh für verlässliche Aussagen" zu Buchungsrückgängen, sagte ein Sprecher.

Alle Meldungen zum Lufthansa-Pilotenstreik.

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