Air France schickt Joon nach Berlin

25.09.2017 - 14:13 0 Kommentare

Mit Joon startet Air France eine neue Marke, die sich nicht in erster Linie als Airline versteht. Mit dem Lifestyleprodukt sollen verlorene Märkte zurückerobert werden. Ab Dezember kommt Joon auch nach Deutschland.

John wird offiziell als

John wird offiziell als "kleine Schwester von Air France" bezeichnet. © Air France

Air France hat in Paris Details zur neuen Lowcost-Tochter Joon bekanntgegeben. Demnach schickt die französische Airline ihre neue Marke ab Dezember von Paris Charles de Gaulle unter anderem nach Berlin. Die bis zu 37 Flüge pro Woche sollen das Angebot von Air France auf der Strecke ersetzen, teilte die Airline auf airliners.de-Anfrage mit.

In Paris stehen den Joon-Kunden dann ab Sommer auch Joon-Langstrecken-Anschlussflüge nach Brasilien und auf die Seychellen zur Verfügung. Bei der Preisgestaltung orientiert sich die an Billigfliegern. Die Langstrecken gibt es Oneway ab 249 Euro ohne Gepäck. Innerhalb Europas fliegt die Airline ab 39 Euro.

Keine Biligairline sondern Lifestyle-Marke

Dabei gilt Joon bei Air France nicht als neue Low-Cost-Tochter sondern wird offiziell als "kleine Schwester von Air France" bezeichnet. Die Lowcost-Tochter von Air France/KLM ist Transavia. Das neue Konzept sei vielmehr eine "Fluggesellschaft zwischen klassischer Airline und Billigflieger". Man richte sich dabei ganz nach den "Bedürfnissen einer neuen Generation".

Joon-Strecken

Ab 1. Dezember 2017 fliegt Joon ab Paris Charles de Gaulle 37 Mal pro Woche nach Berlin, 51 Mal pro Woche nach Barcelona, 28 Mal pro Woche nach Lissabon und dreimal pro Woche nach Porto. Ab Sommer startet Joon dann auch auf der Langstrecke: Zweimal pro Woche steht Fortaleza (Brasilien) im Flugplan. Nach Mahé (Seychellen) geht es dreimal pro Woche.

Wirklich neu ist das Angebot zumindest in Europa nicht. Joon übernimmt 1:1 bereits existierende Air-France-Strecken. Dennoch lohnt ein Blick auf die Konkurrenz: Auf Paris-Berlin stehen im kommenden Winterflugplan noch 25 Air-Berlin-Flüge pro Woche im Programm. Nach Lissabon heißt die Konkurrenz Easyjet, genau wie in Porto und nach Barcelona. Hier fliegt zudem Vueling. Paris-Fortaleza ist neu, nach Mahé fliegt bereits Air Seychelles.

Joon-Chef Jean-Michel Mathieu beschreibt das Angebot mit den Schlagworten "Kreativität, Innovation und Beweglichkeit". Joon werden das Fliegen erneuern und sich dabei von den Erwartungen der Reisenden inspirieren lassen. "Wir wollen ein Erlebnis bieten, das über das reine Fliegen hinausgeht." Joon sei eine Modemarke, eine Bar mit Ausblick, eine Mediathek, ein persönlicher Assistent und könne darüber hinaus fliegen.

Air France will Märkte "zurückerobern"

Mit Joon will Air France wieder profitabler werden. Die defizitäre Mittel- und Langstreckenverbindungen sollen zu geringeren Kosten angeboten werden können als bei der Mainline. In den Joon-Cockpits werden zwar Air-France-Piloten mit den gleichen Gehalts- und Arbeitsbedingungen wie beim Mutterkonzern sitzen, aber die Flugbegleiter werden neu rekrutiert und weniger verdienen.

© AirTeamImages.com, Matthieu Douhaire Lesen Sie auch: Aus "Boost" wird "Joon"

Joon sei vor diesem Hintergrund "ein Hebel von Air France in ihrer Offensive zur Marktrückeroberung" sagte Franck Terner, Generaldirektor von Air France: "Joon beschleunigt die Entwicklung der Air France-Gruppe, integriert sich als eine starke Airline in das gemeinsame Streckennetz und erweitert das Portfolio an Fluggesellschaften." Mittelfristig plant Air France mit zehn Langstreckenflugzeugen und 18 Maschinen auf der Mittelstrecke.

Von: dh
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