Wizz Air verhandelt mit Flughäfen in ganz Europa über die Übernahme von Slots von Airlines, die pleitegehen könnten. Das sagte Chief Corporate Officer Owain Jones am Rande des World Aviation Festival in Lissabon. Zuvor hatte Ryanair-Vorstandschef Michael O'Leary erklärt, die irische Low-Cost-Airline gehe einen ähnlichen Weg.
"Wir verhandeln ständig Vereinbarungen mit Flughäfen. Das gehört zu unserem Geschäft", sagte Jones. Über O'Leary sagte er: "Er [Michael O'Leary, Anm. d. R.] denkt gern, dass sie die Einzigen sind, die das tun."
Analysten und Investoren warnen, dass der hohe Kerosinpreis und die anhaltende geopolitische Unsicherheit schwächere Airlines in die Pleite treiben könnten, vor allem in diesem Winter. Dadurch würden Strecken und Slots für andere Carrier frei.
Die Gespräche verdeutlichen den Wettlauf zwischen Wizz Air und Ryanair um Slots und Marktanteile, vor allem in Mittel- und Osteuropa. Ryanair hat neue Strecken ins Baltikum aufgelegt und will die Zahl ihrer Passagiere in der Region in den kommenden fünf Jahren verdoppeln. Das kündigte die Airline an, nachdem die lettische Air Baltic im September Gläubigerschutz nach Chapter 11 beantragt hatte.
Wizz Air will Kernmärkte stärken
Jones sagte erneut, Mittel- und Osteuropa sei weiterhin der Kernmarkt von Wizz Air. Die Airline prüfe genau jede Möglichkeit, in lukrative Märkte in Europa zu expandieren. "Wir haben uns aus unserem Geschäft im Nahen Osten zurückgezogen und gesagt, dass wir unsere Festungen stärken wollen", sagte er.
Wizz Air wolle zudem in Italien weiter wachsen, sagte Jones. In den kommenden Wochen plane die Airline, neue Basen in Spanien zu eröffnen.
