Die USA werben aktiv um eine Beteiligung ihrer Unternehmen am geplanten Flughafen Bishoftu von Ethiopian Airlines. Der Flughafenneubau befindet sich 45 Kilometer südöstlich von Addis Abeba. Die Baukosten werden auf 12,5 Milliarden Dollar (rund 11,9 Milliarden Euro) beziffert.
Mark Mitchell, stellvertretender Staatssekretär im US-Handelsministerium für den Nahen Osten und Afrika, erklärte am Mittwoch, Washington sei "aktiv damit beschäftigt, eine US-Beteiligung" an dem Vorhaben zu sichern. Er äußerte sich bei einem virtuellen Pressebriefing vom Afrikagipfel für Logistik und Kommunikation in Addis Abeba, wo er nach eigenen Angaben Gespräche mit Ethiopian-Airlines-Vertretern geführt hatte.
Mitchell nannte keine konkreten Einsatzbereiche für US-Unternehmen, deutete aber an, das Projekt könne zu "mehr Boeing-Flugzeugen mit GE-Aerospace-Triebwerken" führen. Ethiopian Airlines hatte im April sechs weitere Boeing 787-9 bestellt, zusätzlich zu 20 bereits georderten Maschinen. CEO Mesfin Tasew hatte ebenfalls im April erklärt, US-Finanzinstitutionen hätten "Interesse" an dem Projekt bekundet.
Der Bau des Vier-Startbahn-Flughafens begann im Januar 2026; die Eröffnung ist für 2030 geplant. Offiziell wird das Ziel ausgegeben, Bishoftu zum "Dubai Afrikas" zu machen.
Die Afrikanische Entwicklungsbank hat 500 Millionen Dollar zugesagt und leitet Bemühungen, 8,7 Milliarden Dollar an Finanzierungen aufzubringen. Washingtons Engagement steht im Kontext einer breiteren Konkurrenz mit China um Infrastruktur- und Investitionseinfluss auf dem afrikanischen Kontinent.