US-Präsident Donald Trump hat sich mit Spitzenmanagern der amerikanischen Reise- und Tourismusbranche getroffen. Unter den Teilnehmern waren Vertreter von American Airlines, der Hotelkette Marriott, MGM Resorts und der Kreuzfahrtreederei Carnival. Thema des Treffens war der anhaltende Rückgang internationaler Besucherzahlen in den Vereinigten Staaten.
Der Branchenverband US Travel Association nutzte den Termin, um ein Ziel zu formulieren. Verbandspräsident Geoff Freeman sagte, die Branche wolle die Zahl ausländischer Besucher auf 100 Millionen pro Jahr steigern. Im Jahr 2025 kamen nach Angaben des Verbands 68 Millionen ausländische Gäste in die USA, ein Rückgang um 5,5 Prozent gegenüber 2024.
Selbst der Zuwachs durch die Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer habe die Talfahrt nicht gestoppt. Nach Angaben des US-Handelsministeriums lag die Zahl der Übersee-Besucher bis Juli 2026 weiterhin 4,7 Prozent unter dem Vergleichszeitraum des Vorjahres.
Freeman verwies auf Frankreich als Vorbild. Das Land habe 2025 mit 102 Millionen ausländischen Touristen einen Rekord erzielt. "Machen wir die USA zum meistbesuchten Reiseziel der Welt. Das ist heute Frankreich", sagte Freeman.
Kritik am Kautionsprogramm
Als Gründe für den Besucherrückgang nannten Branchenvertreter mehrere Faktoren. Dazu zählten lange Wartezeiten bei Visa-Terminen, gestiegene Flugticketpreise, eine strengere Einwanderungspolitik, US-Zölle sowie Reisebeschränkungen für einzelne Länder.
Besonders scharf kritisierte Freeman ein Programm, das von Besuchern aus 50 Ländern eine Kaution verlangt. Das Verfahren habe zu einem Rückgang der Ankünfte aus diesen Ländern um 80 Prozent geführt, sagte Freeman. "Mit einem Kautionsprogramm, das Reisende abschreckt, kommen wir nicht auf 100 Millionen Besucher", sagte er.
Das Weiße Haus verwies auf bereits umgesetzte Erleichterungen bei der Flughafenkontrolle. Passagiere müssten an einigen Flughäfen die Schuhe nicht mehr ausziehen, zudem gebe es neue Kontrollspuren für Familien. Geplant seien zusätzliche biometrische Schnellspuren für heimkehrende US-Bürger sowie schnellere Anschlüsse zwischen internationalen und nationalen Flügen.
Trump selbst lobte den wirtschaftlichen Effekt der Fußball-Weltmeisterschaft: "Der amerikanische Luftraum war voller Flugzeuge und voller glücklicher Menschen", sagte er.
Deutlich sichtbar wird der Rückgang am Beispiel Kanadas. Die Zahl kanadischer Besucher sank 2025 um 20 Prozent, nachdem sich viele Kanadier gegen US-Zölle und Trumps Äußerungen über eine mögliche Annexion ihres Landes gewandt hatten. Betroffen waren vor allem Reiseziele in Grenzstaaten. In Las Vegas sank die Zahl der Touristen 2025 um 7,5 Prozent.