Air Baltic erhält im US-Gläubigerschutzverfahren nach Chapter 11 die ersten 140 Millionen Euro aus ihrer Sanierungsfinanzierung. Ein Gericht in New York gab die Tranche Mitte September per Zwischenentscheidung frei und knüpfte weitere Mittel an enge Fristen, wie der Branchendienst "CH-Aviation" unter Berufung auf die lettische Nachrichtenagentur Leta berichtete.
Insgesamt stehen der Airline aus Riga im Rahmen einer sogenannten Debtor-in-Possession-Finanzierung (DIP) 350 Millionen Euro zu.
Für die zweite Tranche über 125 Millionen Euro müsse Air Baltic binnen 59 Tagen nach der Entscheidung vom 14. September beantragen, bestimmte Leasingverträge für Flugzeuge aufzulösen. Innerhalb von 60 Tagen sei ein Geschäftsplan einzureichen, der den Vorgaben der DIP-Kreditgeber entspreche.
Nach spätestens 100 Tagen soll die Airline sich zudem mit den Leasinggebern, dem Triebwerkshersteller Pratt and Whitney, mit Airbus sowie mit der Lufthansa geeinigt haben. Verlangt seien zudem ein Plan zur Kostensenkung und ein Reorganisationsplan, der die vollständige Rückzahlung der DIP-Mittel vorsehe.
Bis Dezember muss Air Baltic laut dem Bericht außerdem Vertraulichkeitsvereinbarungen mit mindestens zwei Investoren abschließen, die bereit sind, Geld in das Unternehmen zu stecken. Binnen 120 Tagen fordert das Gericht drei verbindliche Zusagen, darunter eine rechtlich bindende Kapitalzusage, die den Geschäftsplan finanziell absichert.
Pratt and Whitney ist der größte ungesicherte Gläubiger der Airline. Mit Airbus verhandelt Air Baltic Berichten zufolge darüber, eine Bestellung über 40 Flugzeuge zu stornieren oder Auslieferungen zu verschieben. Die derzeit 54 Airbus A220 umfassende Flotte will die Airline bis Jahresende auf rund 36 Flugzeuge verkleinern. Die Lufthansa hält zehn Prozent an Air Baltic.