Der Vorstandsvorsitzende von United Airlines, Scott Kirby, rechnet für die erste Hälfte 2027 weiterhin mit steigenden Ticketpreisen in den USA. Der Anstieg falle aber geringer aus als in diesem Jahr. "Ich denke, wir werden weiterhin graduelle Anstiege bei den Ticketpreisen sehen. Aber nicht so einen großen Sprung wie in diesem Jahr", sagte Kirby am Dienstag gegenüber Journalisten.
Der Kommentar fällt in eine Zeit anhaltend starker Nachfrage im Reisemarkt, trotz höherer Ticketpreise und wirtschaftlicher Unsicherheit. United habe bislang keine Nachfrageabschwächung festgestellt, sagte Kirby. Außerdem erwarte die Fluggesellschaft, die zuletzt deutlich gestiegenen Treibstoffkosten im vierten Quartal durch die starke Nachfrage ausgleichen zu können.
Im Juli lagen die Flugpreise in den USA nach Angaben des US-Arbeitsministeriums 25,5 Prozent über denen des Vorjahres. Von April bis Juli lagen sie im Schnitt fast 25 Prozent über dem entsprechenden Vorjahreszeitraum.
Kirby sagte jedoch, die Ticketpreise lägen inflationsbereinigt weiterhin rund 13 Prozent unter dem Niveau vor der Corona-Pandemie und näherten sich wieder einem aus seiner Sicht normaleren Niveau an. "Wir kehren zu einem eher normalisierten Preisniveau zurück, bei dem Fluggesellschaften profitabel genug sind, um zu reinvestieren", sagte er.
Auf die Frage nach der Nachfrageentwicklung angesichts geopolitischer Unsicherheiten und extremer Hitze in Europa sagte Kirby, es habe keine spürbare Abschwächung gegeben. "Es gab wirklich nicht einmal einen kleinen Ausschlag bei der Nachfrage", sagte er. "Die Nachfrage ist über die gesamte Bandbreite hinweg sehr, sehr stark."
Starke Nachfrage federt hohe Treibstoffkosten ab
Kirby verknüpfte die robuste Nachfrage mit der Fähigkeit des Konzerns, gestiegene Treibstoffkosten weiterzugeben. Auf die Frage, ob United die höheren Kosten bei einem Kerosinpreis von rund vier US-Dollar (rund 3,40 Euro) je Gallone (etwa 3,7 Liter) vollständig ausgleichen könne, verwies er auf die starke Nachfrage, ohne eine feste Prognose abzugeben.
"Wir werden sehen", sagte Kirby. "Aber angesichts der starken Nachfrage denke ich, dass wir im vierten Quartal weiterhin 100 Prozent zurückgewinnen werden."
Kirby sagte zudem, die Flugzeugauslieferungen lägen inzwischen weitgehend wieder im Zeitplan. United hatte vor mehreren Jahren große Flugzeugbestellungen aufgegeben. Die Probleme in der Lieferkette seien damals gravierender ausgefallen als erwartet.