Die Stimmung in der Luftfahrt- und Rüstungsbranche hat laut einer Umfrage der Unternehmensberatung "H&Z" ein Rekordhoch erreicht. 78 Prozent der befragten Unternehmen verzeichnen einen Anstieg des Auftragseingangs, 67 Prozent haben bereits zusätzliche Umsätze erzielt. Das geht aus dem "Aerospace & Defence Pulse Check" für das zweite Quartal hervor, den "H&Z" im Vorfeld der ILA Berlin veröffentlicht hat.
An der Befragung nahmen 85 Führungskräfte aus der DACH-Region teil, davon 75 Prozent aus dem Senior- oder Top-Management. Die Umfrage wird seit 2020 quartalsweise durchgeführt.
Zur ILA, die vom 10. bis 14. Juni in Berlin stattfindet, zeigt das Flugprogramm unter anderem einen Airbus A350, Kampfhubschrauber und Bundeswehr-Drohnen.
Der Anstieg der Verteidigungsausgaben schlägt sich laut "H&Z" inzwischen messbar in den Unternehmenskennzahlen nieder. 54 Prozent der Befragten gewinnen nach eigenen Angaben Kunden außerhalb ihres traditionellen Kundenstamms, 50 Prozent berichten von einer wachsenden Bedeutung von Verteidigungsprojekten für ihr Geschäft. Dass die starke Nachfrage im Aerospace-Sektor sich auch in Finanzkennzahlen niederschlägt, zeigen etwa die deutlich angehobene Jahresprognose des US-Luftfahrtzulieferers Howmet Aerospace.
Die zentrale Herausforderung habe sich nach Einschätzung der Befragten verschoben: Nicht mehr das Generieren von Wachstum stehe im Vordergrund, sondern dessen operative Bewältigung. Im Fokus stehen laut Studie der Ausbau von Produktionskapazitäten, die Sicherstellung der Lieferfähigkeit sowie die Anpassung von Personal und Prozessen an die gestiegene Nachfrage.
Strategisch konzentrieren sich die Unternehmen laut H&Z auf vier Prioritäten: nachhaltiges und kontrolliertes Wachstum, den Ausbau des Verteidigungsgeschäfts, die Industrialisierung der operativen Abläufe sowie die langfristige Sicherung der Rentabilität.