Der US-amerikanische Hersteller von Luftfahrtkomponenten Howmet Aerospace hat im ersten Quartal 2026 sowohl beim Gewinn als auch beim Umsatz die Erwartungen der Analysten übertroffen und seine Jahresprognose für 2026 deutlich nach oben korrigiert. Der Konzern profitiert von der robusten Nachfrage im zivilen und militärischen Luftfahrtsegment. Die Howmet-Aktie legte nach der Bekanntgabe der Zahlen am Donnerstag im Mittagshandel um mehr als sechs Prozent zu.
Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg im Quartalszeitraum bis Ende März um 42 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 1,22 Dollar. Analysten hatten laut Daten der London Stock Exchange Group (LSEG) im Schnitt mit 1,11 Dollar gerechnet. Der Quartalsumsatz erhöhte sich um 19 Prozent auf 2,31 Milliarden Dollar und übertraf damit ebenfalls die Erwartungen von 2,24 Milliarden Dollar.
Jahresprognose deutlich angehoben
Für das Gesamtjahr 2026 stellt der in Pittsburgh ansässige Konzern nun einen Umsatz zwischen 9,58 und 9,73 Milliarden Dollar in Aussicht – gegenüber dem bislang avisierten Korridor von neun bis 9,2 Milliarden Dollar. Beim bereinigten Gewinn je Aktie erwartet Howmet nun 4,88 bis 5,00 Dollar, nach 4,35 bis 4,55 Dollar zuvor. Der Mittelpunkt der neuen Prognose liegt mit 4,94 Dollar deutlich über der bisherigen Markterwartung von 4,64 Dollar.
Howmet stellt Triebwerkskomponenten, Gusskörper und Befestigungselemente für Flugzeuge her und profitiert davon, dass Boeing und Airbus ihre Produktionsraten hochfahren. Gleichzeitig treiben weltweit steigende Verteidigungsausgaben – unter anderem durch die anhaltenden Konflikte in der Ukraine und im Iran – die Nachfrage nach Rüstungskomponenten an.
Iran-Krieg als Risikofaktor
Trotz der positiven Zahlen mahnte Howmet-Chef John Plant zur Vorsicht. Der Iran-Krieg habe den Transport gestört und die Treibstoffkosten in die Höhe getrieben, was die Bilanzen einiger Fluggesellschaften belaste. „Es mag zu einem spürbaren Effekt durch den Iran-Konflikt kommen", sagte Plant auf einer Analystenkonferenz.
Beim Geared Turbofan (GTF) von Pratt and Whitney – einem Triebwerkstyp mit nach wie vor hoher Nachfrage nach Ersatzteilen – sei das Produktionsvolumen im ersten Quartal noch vergleichsweise niedrig gewesen, befinde sich aber im Hochlauf, so Plant. Die Fertigung solle 2026 steigen und im kommenden Jahr weiter beschleunigen. Zudem werde die Produktion schrittweise von älteren GTF-Modellen auf die höherwertigen GTF-Advantage-Versionen umgestellt.
Seltene Erden: Vorsorge für zwei Jahre
Howmet hat laut Plant zudem die Lagerbestände an Seltenen Erden aufgestockt, die in der Luft- und Rüstungsindustrie eingesetzt werden. Der Konzern sei damit für 2026 und 2027 abgesichert. Einige Unternehmenslenker der Branche hoffen auf ein für diesen Monat geplantes Treffen von US-Präsident Donald Trump und Chinas Präsident Xi Jinping, das Handelsspannungen bei chinesisch produzierten Seltenen Erden wie Yttrium entschärfen könnte. „Es hat einen massiven Vorstoß gegeben, die Versorgungssicherheit bei Seltenen Erden zu erhöhen", sagte Plant.