Die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (Ufo) hat das Lufthansa-Management scharf für die Personalplanung im Sommer kritisiert. Kurz vor Beginn der Hauptreisezeit seien die Folgen der Cityline-Schließung im laufenden Betrieb spürbar: reduzierte Kabinenbesatzungen, fehlende Personalreserven und wachsende Belastung für die verbliebene Belegschaft.
"Lufthansa verkauft Verlässlichkeit, Netzwerkqualität und Premiumanspruch. Gleichzeitig spart der Konzern an genau der Grundlage, die einen stabilen Flugbetrieb überhaupt möglich macht: ausreichend Personal", sagte Sara Grubisic, stellvertretende Vorsitzende und Vorständin Tarifpolitik der Ufo. Die Gewerkschaft wirft dem Konzern vor, Flugprogramm von der Cityline zur Lufthansa verlagert zu haben, ohne das dafür nötige Personal bereitzustellen.
Lufthansa wies die Kritik zurück. "Wir sind personell für den Sommer sehr gut aufgestellt und werden den Flugplan verlässlich und in der gewohnten Qualität für unsere Kundinnen und Kunden darstellen können", teilte die Airline auf Anfrage von airliners.de mit. Alle Flüge würden mit einer Anzahl an Flugbegleitern durchgeführt, die "jederzeit deutlich über den gesetzlichen Mindestanforderungen der europäischen Agentur für Flugsicherheit EASA liegt".
Als Beleg für die angespannte Lage verweist Ufo hingegenauf Freiwilligenaufrufe, mit denen Lufthansa nach eigenen Angaben Personalengpässe für den laufenden Monat abfedern will. Gleichzeitig säßen rund 800 Flugbegleiter der stillgelegten Cityline zuhause oder befänden sich in unsicheren Übergangssituationen. Sozialplan-Verhandlungen laufen, Schutzregeln gegen Überlastung würden kurzfristig aufgeweicht, Reserven weiter abgebaut.
Grubisic warnte vor konkreten Folgen für Passagiere: Flugpläne könnten nicht halten, Anschlüsse wegbrechen oder Verbindungen kurzfristig gestrichen werden. Ganze Regionen könnten faktisch vom Lufthansa-Streckennetz abgekoppelt werden – "genau das, was Lufthansa mit ihrer Netzwerkqualität eigentlich verhindern müsste", so die Gewerkschaftsvertreterin.
Zur Situation der Cityline-Beschäftigten erklärte Lufthansa, die Geschäftsführung stehe in Kontakt mit anderen Gesellschaften der Lufthansa Group, um so vielen Angestellten wie möglich neue Beschäftigungsperspektiven innerhalb des Konzerns anbieten zu können. Parallel dazu seien Verhandlungen zu Interessenausgleich und Sozialplan angestoßen worden.
Ufo: Neues Serviceversprechen "Fox" nicht mit Realität vereinbar
Auch das neue Serviceversprechen "Fox" der Lufthansa steht nach Ansicht der Ufo im Widerspruch zur Betriebsrealität. Während der Konzern ein Premiumprodukt ankündige, würden Langstreckenflüge mit reduzierter Kabinenbesatzung durchgeführt. Hochwertiger Service lasse sich dauerhaft nicht mit ausgedünntem Personal aufrechterhalten.
Ufo fordert einen Sommerflugplan, der mit dem tatsächlich vorhandenen Personal verlässlich geflogen werden kann, sowie belastbare Reserven und klare Perspektiven für die betroffenen Cityline-Beschäftigten.