Die Mitglieder der Unabhängigen Flugbegleiter Organisation (Ufo) bei Lufthansa und Lufthansa Cityline haben in Urabstimmungen mit großer Mehrheit für die Durchführung von Arbeitskampfmaßnahmen votiert. Bei Lufthansa stimmten 94,02 Prozent der Mitglieder für einen Streik, bei Lufthansa Cityline lag die Zustimmung bei 98,63 Prozent – ohne eine einzige Gegenstimme, wie die Gewerkschaft mitteilte.
Bei Lufthansa waren die Verhandlungen über einen neuen Manteltarifvertrag aus Sicht der Ufo gescheitert. Auch ein kurzfristig angesetztes Moderationsgespräch zum weiteren Vorgehen habe daran nichts geändert, hieß es. Die Gewerkschaft wirft dem Unternehmen vor, mit dem Konzept der sogenannten "smarten Produktivität" Schutzstandards für das Kabinenpersonal systematisch abbauen zu wollen.
Bei Lufthansa Cityline spitzt sich die Lage aus Gewerkschaftssicht noch weiter zu: Die Regionalflugtochter plant die Einstellung des Flugbetriebs, was für rund 800 Kabinenbeschäftigte existenzielle Folgen hätte. Die Arbeitgeberseite verweigere jedoch weiterhin Verhandlungen über einen tariflichen Sozialplan, kritisierte die Ufo.
Sara Grubisic, stellvertretende Vorsitzende und Vorständin für Tarifpolitik der Ufo, erklärte, die Beteiligung an den Urabstimmungen sei so hoch gewesen wie lange nicht mehr. "Die Kolleginnen und Kollegen haben ein klares Signal gesetzt: Sie sind bereit, für ihre Arbeitsbedingungen bei Lufthansa und ihre soziale Absicherung bei Lufthansa Cityline einzustehen – und diesen Weg auch konsequent zu gehen", sagte Grubisic.
Harry Jaeger, Leiter Tarifpolitik und Verhandlungsführer bei Ufo, warnte die Arbeitgeberseite davor, auf ein Abflauen des Konflikts zu hoffen. Gleichzeitig signalisierte er Gesprächsbereitschaft: "Wir haben uns auch jüngst Gesprächen nicht verschlossen und werden das auch weiterhin nicht tun. Aber solange das Management der Lufthansa auf unsere Forderungen zu einem neuen Manteltarifvertrag nicht eingeht oder zumindest ein ernsthaftes Angebot unterbreitet, wird es keine Bewegung geben", so Jaeger.
Über das konkrete weitere Vorgehen will die Ufo auf Basis der Abstimmungsergebnisse nun entscheiden.