Nach einem unerwartet starken Sommergeschäft hat GE Aerospace seine Prognose für das laufende Jahr erneut angehoben. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll nun 8,00 bis 8,10 US-Dollar (rund 7,14 bis 7,23 Euro) erreichen, wie der Triebwerkshersteller am Dienstag in Cincinnati mitteilte. Zuvor hatte er 7,65 bis 7,85 US-Dollar in Aussicht gestellt.
Der bereinigte Umsatz soll im Jahresvergleich um 19 bis 20 Prozent steigen. Für den um Sonderposten bereinigten operativen Gewinn erwartet GE Aerospace 10,9 bis 11 Milliarden US-Dollar. Bisher hatte Vorstandsvorsitzender Larry Culp einen Umsatzanstieg im hohen Zehner-Prozent-Bereich und einen bereinigten operativen Gewinn von 10,55 bis 10,75 Milliarden US-Dollar angepeilt. Auch für den bereinigten freien Barmittelzufluss nimmt er sich mit 9,1 bis 9,4 Milliarden US-Dollar nun mehr vor als zuletzt.
Das Unternehmen setzt darauf, dass die starke Nachfrage nach Triebwerkswartung und Ersatzteilen die Folgen höherer Treibstoffkosten für den Flugbetrieb ausgleicht.
Quartalszahlen übertreffen Erwartungen
Im dritten Quartal stieg der bereinigte Konzernumsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 18 Prozent auf 13,3 Milliarden US-Dollar. Der bereinigte operative Gewinn legte um 30 Prozent auf drei Milliarden US-Dollar zu. Damit übertraf GE Aerospace durchweg die durchschnittlichen Erwartungen von Analysten. Unter dem Strich stand ein Überschuss von 2,8 Milliarden US-Dollar, zwölf Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Der Auftragseingang wuchs um fast die Hälfte auf 19 Milliarden US-Dollar. In der Sparte für zivile Triebwerke und Services stieg der Umsatz um 21 Prozent auf 10,3 Milliarden US-Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag im Quartal bei 2,25 US-Dollar nach 1,66 US-Dollar ein Jahr zuvor. Die Aktie von GE Aerospace verlor im vorbörslichen US-Handel nach anfänglichen Kursgewinnen mehr als ein Prozent.
Airlines weltweit kürzen derzeit Kosten und Kapazitäten, um die Ticketpreise zu stützen. Auslöser ist der Krieg im Iran, der Transportwege für Öl unterbrochen und die Kerosinpreise nach oben getrieben hat. Ein Ende des Krieges ist nicht in Sicht.
Die höheren Treibstoffpreise stellen die Airlines vor die Frage, ob sie Flugpläne und Margen halten können. Damit wächst das Risiko, dass weniger geflogen wird und die Nachfrage nach Wartung nachlässt.
Servicegeschäft weitgehend unter Vertrag
GE Aerospace hatte allerdings erklärt, die Auswirkungen auf Umsatz und Gewinn im Servicegeschäft dürften in diesem Jahr begrenzt bleiben. Ein Großteil der Werkstattaufenthalte von Triebwerken für das laufende Jahr sei bereits vertraglich gebunden. Zudem übersteige die Nachfrage nach Ersatzteilen weiterhin das Angebot.
Finanzvorstand Rahul Ghai hatte im September gesagt, das Unternehmen habe keine Änderungen an den Flottenplänen der Airlines festgestellt. Die Zahl der gegroundeten Flugzeuge sei weiterhin gering.
Über das Gemeinschaftsunternehmen CFM International baut GE Aerospace zusammen mit dem französischen Hersteller Safran Triebwerke für die Boeing 737 Max und den Airbus A320 Neo. Zusammen mit dem deutschen Partner MTU ist GE Aerospace zudem bei den Großraumflugzeugen Boeing 787 und 777 sowie der Neuauflage 777X im Geschäft. Ersatzteile und Services machen mehr als 70 Prozent des Umsatzes im zivilen Triebwerksgeschäft aus.
