Der US-Triebwerkshersteller GE Aerospace hat seine Gewinnprognose für 2026 angehoben. Die Nachfrage von Fluggesellschaften nach Wartungsdienstleistungen und Ersatzteilen bleibe robust, obwohl höhere Kerosinpreise und weniger Flugbewegungen die Branche belasteten, teilte das Unternehmen mit.
GE Aerospace rechnet nun für 2026 mit einem bereinigten Gewinn je Aktie von 7,65 bis 7,85 US-Dollar (rund 6,67 bis 6,84 Euro). Zuvor hatte der Konzern eine Spanne von 7,10 bis 7,40 US-Dollar in Aussicht gestellt. Die Aktie legte im vorbörslichen Handel um rund 2 Prozent zu.
Fluggesellschaften weltweit müssen ihre Ausgaben einschränken und Kapazitäten kürzen, um Ticketpreise zu stützen, da der Krieg um den Iran globale Öltransportrouten störe und die Kerosinpreise zusätzlich unter Druck setze.
Die Servicesparte von GE Aerospace hängt eng mit der Zahl der Flugbewegungen zusammen, da mehr Flüge zu stärkerem Triebwerksverschleiß und damit mehr Wartungsbedarf führen. Der Konzern erklärte, die Belastung für Umsatz und Gewinn im Servicegeschäft dürfte in diesem Jahr moderat bleiben, da ein Großteil der für 2026 geplanten Werkstattaufenthalte bereits gesichert sei und die Nachfrage nach Ersatzteilen weiterhin das verfügbare Angebot übersteige.
Der Umsatz der Sparte Commercial Engines and Services (CES) stieg im zweiten Quartal um 27 Prozent auf 9,7 Milliarden US-Dollar gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet GE Aerospace nun mit einem CES-Umsatzwachstum von rund 20 Prozent, nachdem der Konzern zuvor ein Wachstum im mittleren Zehnprozentbereich in Aussicht gestellt hatte. Der bereinigte Quartalsgewinn lag bei 2,02 US-Dollar je Aktie nach 1,66 US-Dollar im Vorjahreszeitraum, der Gesamtumsatz stieg um 21 Prozent auf 13,35 Milliarden US-Dollar.
Aussage von CEO Culp im Mai
Vorstandsvorsitzender Larry Culp hatte im Mai erklärt, GE Aerospace habe bislang keinen Rückgang bei Triebwerkswartung oder Ersatzteilbestellungen der Fluggesellschaften festgestellt, trotz schwächerer Flugbewegungen und höherer Kerosinpreise. Die Kerosinpreise seien seither leicht gesunken, lägen aber weiterhin über dem Niveau vor Kriegsbeginn.
GE Aerospace dominiert den Markt für Schmalrumpf-Triebwerke über sein Gemeinschaftsunternehmen CFM International mit dem französischen Hersteller Safran und hält zudem eine starke Position im Großraumflugzeug-Geschäft. Ersatzteile und Services machen nach Unternehmensangaben mehr als 70 Prozent des Umsatzes mit kommerziellen Triebwerken aus.