Im Juli haben 21,8 Millionen Passagiere die deutschen Flughäfen genutzt, wie die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) mitteilte. Gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht das einem Plus von 0,9 Prozent, dem ersten seit Mai.
Gegenüber dem Vormonat Juni stieg das Aufkommen saisonbedingt um rund zwei Millionen Passagiere. Zum Vorkrisenjahr 2019 fehlen laut ADV weiterhin 12,1 Prozent der Passagiere. Die Recovery-Rate liegt bei 87,9 Prozent.
Gegenläufig entwickelte sich das Flugangebot: Die Zahl der gewerblichen Flugbewegungen sank gegenüber Juli 2025 um 1,8 Prozent auf rund 174.300 Starts und Landungen. Damit erreichte der Flugverkehr nur 82,5 Prozent des Niveaus von 2019. Das leichte Passagierwachstum wurde nach Angaben der ADV somit nicht von zusätzlichen Flügen getragen, sondern von einer höheren Auslastung je Flug.
Europa treibt das Wachstum, Inlandsverkehr bleibt schwach
Nach Segmenten zeigt sich ein uneinheitliches Bild. Im Europaverkehr zählte die ADV 15,8 Millionen Passagiere, ein Plus von 1,5 Prozent gegenüber Juli 2025. Die Recovery-Rate liegt hier bei 95,6 Prozent. Der Interkontinentalverkehr stabilisierte sich mit 3,9 Millionen Passagieren und einem Plus von 0,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Recovery-Rate kletterte auf 97,7 Prozent.
Der innerdeutsche Verkehr blieb dagegen rückläufig: 2,1 Millionen Passagiere nutzten im Juli Inlandsflüge, ein Minus von 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gegenüber Juli 2019 fehlt hier weiterhin die Hälfte des Aufkommens.
Bilanz von Januar bis Juli bleibt im Minus
Von Januar bis Juli nutzten nach ADV-Angaben 119,4 Millionen Passagiere die deutschen Flughäfen, 0,5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Gegenüber 2019 fehlen 16,0 Prozent, die Recovery-Rate liegt bei 84,0 Prozent. Die Zahl der gewerblichen Flugbewegungen lag im gleichen Zeitraum 3,8 Prozent unter dem Vorjahreswert und erreichte lediglich 77,9 Prozent des Vorkrisenniveaus.
Als Gründe für die gebremste Erholung nannte die ADV geopolitische Unsicherheiten, hohe Standort- und Energiekosten, die schwache Konjunktur, eine zurückhaltende Konsumnachfrage sowie angebotsseitige Einschränkungen.
Luftfracht wächst weiter
Die Luftfracht entwickelte sich laut ADV auch im Juli stabil positiv. Das Aufkommen stieg auf rund 430.800 Tonnen, ein Plus von 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat und von 8,9 Prozent gegenüber Juli 2019.
Von Januar bis Juli wuchs das Luftfrachtaufkommen auf rund 2.819.400 Tonnen, ein Plus von 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und von 4,1 Prozent gegenüber 2019.