Die deutschen Flughäfen haben im Juni rund 19,8 Millionen an- und abfliegende Passagiere gezählt. Das waren 3,2 Prozent weniger als im Juni 2025, wie die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) jetzt mitteilte.
Nach dem deutlichen Passagierrückgang im April und der Stagnation im Mai sei das Aufkommen im Juni damit erneut gesunken, teilte die ADV mit. Im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019 betrage die Recovery-Rate im Passagierverkehr gerade einmal 83,9 Prozent.
Nach Teilmärkten zeigte sich dabei ein uneinheitliches Bild. Im innerdeutschen Verkehr nutzten 2,1 Millionen Passagiere die Flughäfen, ein Rückgang von 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr und lediglich 51,0 Prozent des Aufkommens von 2019.
Im Europaverkehr zählte die ADV 14,4 Millionen Passagiere, 3,1 Prozent weniger als im Vorjahresmonat und rund 33.000 weniger als im Mai. Die Recovery-Rate im Europaverkehr lag bei 93,8 Prozent.
Im Interkontinentalverkehr wurden 3,3 Millionen Passagiere gezählt, gut 55.000 mehr als im Mai, aber 4,1 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Die Recovery-Rate sank auf 88,5 Prozent. Vor allem die Rückgänge im internationalen Verkehr während der Hauptreisezeit wertete der Verband als Warnsignal.
Halbjahresbilanz bleibt hinter dem Vorjahr zurück
Von Januar bis Juni nutzten 97,7 Millionen Passagiere die deutschen Flughäfen, ein Rückgang von 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Recovery-Rate im Passagierverkehr lag bei 83,2 Prozent und damit deutlich über der Erholung der Flugbewegungen, die lediglich 77,0 Prozent des Vorkrisenniveaus erreichten.
Das ausbleibende Wachstum liege nach Einschätzung der ADV weniger an einer fehlenden Nachfrage als an einem unzureichenden Angebot. Als belastende Faktoren nannte der Verband geopolitische Unsicherheiten im Nahen Osten und steigende Energiepreise, die anhaltend schwache Konjunktur in Deutschland, Streiks sowie das Grounding der Fluggesellschaft Cityline.
Luftfracht entwickelt sich gegenläufig
Die Luftfracht entwickelte sich gegenläufig. Die deutschen Flughäfen fertigten im Juni rund 414.000 Tonnen Luftfracht und Luftpost ab, ein Plus von 6,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat und von 9,2 Prozent gegenüber 2019. Die Zahl der gewerblichen Flugbewegungen sank dagegen um 5,3 Prozent auf gut 163.000 Starts und Landungen. Damit erreichte der Flugverkehr nur 80,2 Prozent des Niveaus von 2019.
Bei der Luftfracht wuchs das Aufkommen von Januar bis Juni auf rund 2,4 Millionen Tonnen, ein Plus von 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und von 3,3 Prozent gegenüber 2019. Sowohl die Ausladungen als auch die Einladungen legten zu, um 4,4 Prozent beziehungsweise 2,4 Prozent. Im Juni allein stiegen die Ausladungen um 5,6 Prozent auf gut 205.000 Tonnen, die Einladungen um 7,7 Prozent auf rund 209.000 Tonnen.