Lufthansa Aviation Training (LAT) hat am Standort Berlin-Schönefeld einen zweiten Boeing-777-Simulator in Betrieb genommen. Der CAE-Full-Flight-Simulator der neuesten Generation bildet eine Boeing 777-300ER nach.
Hauptnutzer des neuen Simulators in Berlin soll Aerologic sein. Rund die Hälfte der Kapazitäten des neuen Simulators werden den Angaben nach von der Leipziger Fracht-Airline genutzt, die andere Hälfte von anderen LAT-Kunden. Das Lufthansa-DHL-Gemeinschaftsunternehmen betreibt aktuell 22 Boeing-777-Frachter.
Der Simulator war bereits im vergangenen Sommer vom kanadischen Hersteller in Komponenten zerlegt an den Berliner LAT-Standort geliefert worden. Vor Ort wurde er in rund einem halben Jahr endmontiert, in Betrieb genommen und in einem aufwändigen Prüfverfahren für Trainingszwecke behördlich zugelassen.
Das Investitionsvolumen für den neuen High-Tech-Simulator vom Typ CAE 7000XR liegt laut Lufthansa in einem zweistelligen Millionenbetrag.
Das Gerät der neuesten Generation soll allerdings durch einen geringen Stromverbrauch helfen, langfristig Kosten einzusparen. Im Vergleich zu älteren Generationen von Trainingssimulatoren, die häufig bis zu 30 Jahre lang in Betrieb sind, verbraucht der neue Simulator nur ein Drittel der Energie.
Die Einsparungen kommen den Angaben nach vor allem durch den Einsatz neuer Motion-Technologie und neue Visuals zustande. Statt auf Hydraulik setzt CAE bei dem Modell auf elektrische Aktuatoren. Das verbaute Sichtsystem ist Lufthansa zufolge nach ebenfalls deutlich energiesparender als vergleichsweise ältere Lösungen – und das obwohl es mit seiner 4K-Auflösung eine wesentlich bessere Außensicht bietet.
Zwölf Full-Flight-Simulatoren in Berlin
Matthias Spohr, CEO LAT Group, posiert im neuen 777-Simulator. © airliners.de / David Haße
"Die Inbetriebnahme des zwölften Simulators bestätigt die erfreuliche Perspektive für die Zukunft des Berliners Standorts", sagte Matthias Spohr, CEO der LAT Group bei der feierlichen Einweihung des neuen Gerätes am Donnerstag. Damit biete das LAT-Trainingszentrum in Berlin Kunden ein breites Spektrum an verschiedenen Simulatoren an einem Ort.
Das Lufthansa-Simulatorzentrum nahe des BER in Schönefeld hatte sich in den vergangenen Jahren aus dem ehemaligen Interflug-Schulungszentrum entwickelt und war über die Jahre deutlich erweitert worden.
In Berlin trainieren vor allem externe Kunden der LAT, aber neben Aerologic auch Piloten der Lufthansa-Group-Airlines Eurowings sowie der Cityline. Nachdem das Zentrum zuletzt einen A320-Simulator an den Standort München abgetreten hatte, war noch ein Platz frei.
Nun gibt es in Berlin wieder zwölf Full-Flight-Simulatoren, darunter zwei 777 (neben dem neuen 777-300ER bereits eine 777-200LR), zwei A320-200, drei 737 (-300SF und -800), vier CRJ (-100 und -900), eine Embraer 145 und ein A310/A300-Simulator.