Sunexpress bestellt weitere Boeing 737 Max

Mit einer Umwandlung von zehn Optionen für die Boeing 737 Max in feste Bestellungen stärkt Sunexpress dem US-Flugzeugbauer Boeing den Rücken. Der Zeitplan für die Auslieferung der ersten Maschinen an die deutsch-türkische Airline ist weiter unklar.

Darstellung einer Boeing 737-8 MAX der Sunexpress. © Sunexpress

Sunexpress hat am Montag zehn weitere Boeing 737 Max bestellt. "Wir haben volles Vertrauen, dass Boeing uns ein sicheres, verlässliches und effizientes Flugzeug liefert", sagte Sunexpress-Chef Jens Bischof. Das Management stehe zu seiner Entscheidung, die Boeing 737 Max in die Flotte aufzunehmen. Natürlich müssten zuvor alle zuständigen Aufsichtsbehörden dem Flugzeugtyp unzweifelhaft seine Flugtüchtigkeit bescheinigen.

Sunexpress gehört je zur Hälfte der Lufthansa und der türkischen Fluggesellschaft Turkish Airlines. Das Unternehmen hatte bereits 32 Maschinen der 737-Max-Reihe bestellt und wandelte für den neuen Auftrag zehn Optionen aus dem bestehenden Deal um.

Eigentlich sollte Sunexpress ihre ersten "Max"-Jets schon 2019 erhalten. Doch nach dem Absturz zweier Maschinen bei Lion Air und Ethiopian Airlines mit insgesamt 346 Toten verhängten Behörden in aller Welt ein Flugverbot für den Typ. Auch die Auslieferung neuer Maschinen ist gestoppt.

Zeitplan für Auslieferungen noch unklar

Im Sommer musste die Airline für viel Geld Ersatzflugzeuge samt Besatzungen von anderen Gesellschaften mieten. "Wir bedauern die Auswirkungen des Max-Groundings auf Sunexpress und ihre Passagiere", teilte Boeing nun mit. Man arbeite hart daran, das Flugzeug wieder sicher in Dienst zu stellen und den Fluggesellschaften die benötigte Kapazität zur Verfügung zu stellen.

Boeing hat versprochen, die Probleme mit der Steuerungsautomatik MCAS, die als entscheidende Unfallursache gilt, per Software-Update zu beheben. Doch inzwischen traten weitere Probleme auf. Die Boeing-Führung hofft, dass sie die Auslieferung der Jets im Dezember wieder aufnehmen darf. Behörden halten sich dazu aber bislang bedeckt.

© AirTeamImages.com, Darryl Morrell Lesen Sie auch: Boeing verschiebt 737-Max-Wiederzulassung auf Januar

Der US-Konzern steckt durch das Startverbot für seinen meistgefragten Flugzeugtyp in einer schweren Krise. Der Schaden geht schon jetzt in die Milliarden. Bestellungen für das Modell blieben seit März Mangelware. Zwar kündigte die British-Airways-Mutter IAG im Juni einen Großauftrag über 200 Maschinen an, hat diesen aber bisher nicht festgezurrt.

Von: dh mit dpa

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