Sun Express will ihre Flotte und das Sitzplatzangebot in den kommenden Jahren im Schnitt jährlich um etwa vier bis fünf Prozent ausbauen. Das sagte Marcus Schnabel, der die deutsch-türkische Ferienfluggesellschaft seit Februar führt, im Interview mit dem Fachmagazin "FVW".
Damit rückt deutsch-türkische Ferienflieger von den Plänen ab, die Flotte bis 2033 von 86 auf 150 Flugzeuge zu vergrößern.
Angesichts der wirtschaftlichen Lage in den Kernmärkten der Airline sei ein derart aggressives Wachstum nicht mehr angebracht, sagte Schnabel. Inzwischen habe sich die Nachfrage zwar etwas erholt, für das laufende Jahr erwartet Schnabel etwas mehr Passagiere als im Vorjahr. Im DACH-Raum plant Sun Express für 2027 dennoch ein Angebot auf dem Niveau dieses Jahres.
In den kommenden Jahren sollen dennoch mehr als 60 neue Flugzeuge zu Sun Express stoßen, elf davon allein im nächsten Jahr. Als neues Flaggschiff erwartet die Airline im ersten Halbjahr 2028 die Boeing 737 Max 10 mit neuer Kabine.
Das erlaube es, die Flotte wegen der hohen Treibstoffpreise schneller zu erneuern oder bei entsprechender Nachfrage stärker zu wachsen, sagte Schnabel.
Nur ein Drittel der Mehrkosten weitergegeben
Auf Kerosin entfällt nach Schnabels Angaben normalerweise rund ein Drittel der Kosten. Derzeit liege die Kostensteigerung bei 120 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Eine Rückkehr der Treibstoffpreise auf das Vorjahresniveau erwartet Schnabel nicht. "Preise wie im Vorjahr werden wir sicherlich nicht mehr erreichen", sagte er.
Von der eigentlich notwendigen Preiserhöhung habe Sun Express nur etwa ein Drittel an die Kunden weitergegeben. Den Rest habe die Airline gemeinsam mit Hoteliers, Reiseveranstaltern und der türkischen Politik aufzufangen versucht.