Frontier Airlines erwartet im zweiten Quartal einen Anstieg der Stückerlöse von 20 Prozent. Als wesentliche Treiber nannte die Billigfluggesellschaft höhere Ticketpreise, stabile Reisenachfrage und den Wegfall von Spirit Airlines als direktem Wettbewerber.
"Auf Basis der Erfahrungen aus früheren Spirit-Kapazitätsanpassungen glauben wir, dass ihr Ausscheiden einen Stückerlösanstieg von drei bis fünf Prozent unterstützt", sagte Frontiers Chief Commercial Officer Robert Schroeter auf einer Analystenkonferenz.
Spirit hatte den Betrieb eingestellt, nachdem gestiegene Kerosinkosten die Pläne des Unternehmens, die Insolvenz zu verlassen, zunichte gemacht hatten.
Überschneidungen bei mehr als 100 Strecken
Spirits Ausscheiden betrifft nach Frontier-Angaben mehr als 100 gemeinsame Strecken. Ohne den bislang günstigsten Anbieter auf diesen Verbindungen erwartet Frontier Spielraum bei Marktanteilen und Preissetzung.
Analysten von Jefferies bewerteten den Effekt ähnlich: Der Wegfall von Spirit reduziere die Kapazität auf betroffenen Märkten und entferne typischerweise das niedrigste Preisangebot für Verbraucher.
CEO Jimmy Dempsey erklärte, Frontier prüfe zudem den Erwerb von Spirit-Assets einschließlich Flugzeuge. Man werde dabei diszipliniert vorgehen.
Trotz der positiven Erlöserwartungen bleibt der Kerosinpreisanstieg eine erhebliche Belastung. Frontier erwartet für das zweite Quartal einen Verlust je Aktie von 45 bis 60 Cent (rund 38 bis 50 Euro-Cent) – mehr als die von Analysten prognostizierten 43 Cent.
Rund 35 bis 45 Prozent der erhöhten Kerosinkosten sollen im Quartal kompensiert werden. Für das zweite Quartal kalkuliert die Airline mit einem durchschnittlichen Kerosinpreis von 4,25 Dollar je Gallone (rund 3,7 Liter), nach 2,88 Dollar im ersten Quartal.