Die Frontier Group hat für das zweite Quartal einen Verlust je Aktie von 45 bis 60 Cent (rund 38 bis 50 Euro-Cent) in Aussicht gestellt. Der Mittelpunkt der Spanne übersteigt die durchschnittliche Analystenerwartung von 43 Cent.
Die Aktie verlor im vorbörslichen Handel 3,6 Prozent. Im ersten Quartal weitete sich der bereinigte Verlust je Aktie auf 30 Cent aus, nach 19 Cent im Vorjahreszeitraum.
Als Hauptursache nennt das Unternehmen die stark gestiegenen Kerosinpreise infolge der Sperrung der Straße von Hormus durch den Iran. Im ersten Quartal zahlte Frontier im Schnitt 2,88 Dollar je Gallone (rund 3,7 Liter) Kerosin – mehr als die vor Kriegsbeginn erwarteten 2,50 Dollar.
Für das zweite Quartal kalkuliert die Airline mit 4,25 Dollar je Gallone. Airlines reagieren branchenweit mit Kapazitätskürzungen, höheren Gepäckgebühren und Treibstoffzuschlägen.
Frontier verfügte im ersten Quartal über eine Liquidität von rund 974 Millionen Dollar. Für das zweite Quartal erwartet die Airline eine Liquidität von 900 bis 950 Millionen Dollar.
Billigflieger besonders exponiert
Billigfluggesellschaften haben im Vergleich zu Vollservicecarriern weniger Möglichkeiten, gestiegene Kerosinkosten durch Zusatzeinnahmen aufzufangen. Kerosin macht in der Regel rund ein Viertel der Betriebskosten einer Airline aus.
Eine Gruppe US-amerikanischer Billigflieger hatte zuletzt staatliche Hilfen von 2,5 Milliarden Dollar beantragt. US-Verkehrsminister Sean Duffy lehnte eine Beteiligung der Regierung jedoch ab.
Frontiers Konkurrent Spirit Airlines hat seinen Betrieb eingestellt – als erstes Opfer des durch den Iran-Krieg ausgelösten Kerosinpreisschocks.