Ryanair-Zwischenfall: Ermittler finden Vogelreste in beschädigtem Triebwerk, © NTSB
NTSB-Foto des Ryanair-Triebwerks : Frontalansicht eines Ryanair-Strahltriebwerks auf befestigtem Vorfeld. Am unteren linken Bereich der Einlaufverkleidung sind deutliche Beschädigungen sichtbar; zwölf blaue Nummerntafeln markieren Stellen am Triebwerk. © NTSB
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Bei der Untersuchung des Zwischenfalls mit einer Boeing 737-800 der Ryanair Anfang Juli über Griechenland hat die US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB (National Transportation Safety Board) Vogelreste im betroffenen Triebwerk gefunden.

Kurz nach dem Start von Ryanair-Flug FR 1879 in Thessaloniki mit Ziel Memmingen sei eine Fanschaufel am Triebwerk Nummer 2 an ihrem Fuß gebrochen, heißt es in einem vorläufigeb Bericht der NTSB. Die Piloten hätten zunächst eine Warnmeldung zum Triebwerk erhalten, bevor ein lautes Knallgeräusch zu hören gewesen sei.

Laut Bericht durchschlugen dann Trümmerteile den Rumpf der Maschine an mehreren Stellen und zerstörten ein Fenster in Reihe 11, die Kabine verlor ihren Druck. Der Passagier auf Sitz 11F wurde dabei teilweise aus dem Fenster gesogen, andere Fluggäste zogen ihn den Angaben zufolge zurück in die Kabine.

Die Maschine kehrte umgehend nach Thessaloniki zurück. An Bord waren 149 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder, verletzt wurde neben dem betroffenen Passagier niemand.

Die Maschine war den Ermittlern zufolge bereits in den zwölf Monaten vor dem Unfall Ziel von vier vermuteten Vogelschlägen gewesen, in zwei Fällen seien dabei Vogelreste gefunden worden. Ob die jetzt tief im Triebwerk entdeckten Federreste von diesen früheren Vorfällen oder vom 10. Juli stammen, ist laut NTSB noch unklar, die Proben seien zur Untersuchung an ein Speziallabor der Smithsonian Institution in Washington geschickt worden.

Es seien auch Merkmale, die auf Materialermüdung hinweisen könnten, gefunden worden.

Die Ermittler stellten zudem fest, dass die Maschine noch nicht mit den Nachrüstungen an den Triebwerken ausgestattet ist, die die US-Luftfahrtbehörde FAA amerikanischen Fluggesellschaften bis 2028 vorschreibt. Die Vorschrift war nach einem Vorfall bei Southwest Airlines erteilt worden.

Reaktionen und weiterer Ablauf

Griechenland hatte die Untersuchung an die NTSB übertragen, die die Ermittlungen zu dem Ryanair-Flug leitet; der abschließende Bericht wird protokollgemäß erst in zwölf bis 24 Monaten erwartet.

Boeing erklärte, die von der NTSB geführte Untersuchung zu unterstützen, man handle im Einklang mit deren Vorgaben sowie den Annex-13-Protokollen der Internationalen Zivilluftfahrt-Organisation (ICAO) und stehe im Austausch mit den Kunden Ryanair und Malta Air. Eine Stellungnahme von Ryanair lag zunächst nicht vor.

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