Ryanair fordert Aussetzung des EES an deutschen Flughäfen, © Flughafen Stuttgart
Self-Service-Kiosk des neuen EU-Einreisesystems EES. : Eine Person steht vor einem weißen Self-Service-Kiosk des neuen EU-Einreisesystems (EES) in einer Flughafenhalle. Mehrere Kioske mit Touchscreens, Kamerafenstern und Fingerabdruck-Scannern; blaues Informationsbanner zeigt drei Registrierungs‑Schritte. Helle Innenbeleuchtung, moderne Technik und orientierende Beschilderung sind sichtbar. © Flughafen Stuttgart
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Ryanair hat die Bundesregierung aufgefordert, das EU-Einreise-/Ausreisesystem (EES) bis September auszusetzen.

Hintergrund sind lange Warteschlangen und Systemausfälle an deutschen Flughäfen, die seit Einführung des Systems am 10. April zu erheblichen Störungen für Reisende geführt haben, wie die Fluggesellschaft am Donnerstag mitteilte.

An den Flughäfen Berlin, Köln und Hahn hätten die Wartezeiten bei der Passkontrolle laut Ryanair bereits ein bis zwei Stunden überschritten. Personalmangel und Systemausfälle führten dazu, dass Passagiere in einigen Fällen ihre Flüge verpassten.

Die Fluggesellschaft kritisiert, dass die deutschen Behörden trotz mehr als dreijähriger Vorbereitungszeit nicht ausreichend Personal, Systemkapazitäten und Kontrollkioske bereitgestellt hätten.

Verbände warnen seit Wochen

Ryanair ist nicht die einzige Stimme, die Alarm schlägt. Bereits im Februar hatten ACI Europe, Airlines for Europe und IATA in einem gemeinsamen Brief an EU-Innenkommissar Magnus Brunner vor massiven Verzögerungen gewarnt.

Schon damals kamen die Verbände zu dem Schluss, dass im Sommer Wartezeiten von vier Stunden oder mehr drohen. Als Ursachen nannten sie chronischen Personalmangel an den Grenzkontrollstellen, ungelöste technische Probleme bei der Automatisierung sowie die kaum genutzte Vorabregistrierungs-App von Frontex.

Griechenland als Vorbild

Als Vorbild verweist Ryanair auf Griechenland, wo die Regierung das EES bereits bis September ausgesetzt hat, um Engpässe in der sommerlichen Hauptreisezeit zu vermeiden.

Die irische Fluggesellschaft hat eigenen Angaben zufolge an die Regierungen aller 29 EES-Länder geschrieben und sie zur Aussetzung aufgefordert. Grundlage dafür sei die EU-Verordnung 2025/1534, die eine solche Aussetzung ausdrücklich ermögliche.

Neal McMahon, Betriebschef von Ryanair, sagte: "Regierungen in ganz Europa versuchen, mitten in der verkehrsreichsten Reisezeit des Jahres ein unausgereiftes IT-System einzuführen, und die Passagiere zahlen den Preis dafür." Die Lösung sei einfach: Das EES solle bis nach der Sommersaison ausgesetzt werden, damit Passagiere – viele davon mit Familien – entspannt in den Urlaub starten könnten.

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Mobilitätskolumne Physik, © airliners.de/mit Airbus
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