Der Krieg zwischen den USA und dem Iran hat Qatar Airways in die schwerste Krise ihrer über 30-jährigen Geschichte gestürzt. "Es war die größte einzelne Krise in unserer Geschichte", sagte Konzernchef Hamad Al-Khater dem Sender "Bloomberg TV".
Geopolitische Spannungen gehörten für eine Fluggesellschaft in der Region zwar zum Alltag, sagte Al-Khater. Einen Konflikt dieser Größenordnung habe der Carrier aber noch nie erlebt. Der Carrier habe sein Netz in der Krise auf die Ertragskraft der einzelnen Verbindungen hin überprüft und sei nun stärker aufgestellt als zuvor.
Zeitweise gesperrte Lufträume am Golf und Reisewarnungen hatten dem Geschäft nach Al-Khaters Darstellung allerdings stark zugesetzt. Hinzu kommen nun die gestiegenen Treibstoffkosten. Einen Teil des Anstiegs habe Qatar Airways abfangen können, weil zu Jahresbeginn weltweit mehr Rohöl verfügbar gewesen sei als benötigt, sagte Al-Khater. Die Kerosinpreise behalte die Airline dennoch genau im Blick.
Zugleich sieht der Manager Zeichen der Erholung. Mit dem Lockern der Reisewarnungen ziehe die Nachfrage wieder an. Zuletzt habe Qatar Airways erstmals seit Kriegsbeginn wieder ebenso viele Strecken bedient wie vor dem Konflikt.
Al-Khater bezeichnete die Buchungslage als "ziemlich stark", die Flugzeuge seien gut besetzt. Allerdings seien noch immer weniger Passagiere in der Region unterwegs als vor dem Krieg. Zudem habe sich das Verhalten der Kunden nachhaltig verändert. Viele buchten ihre Reisen jetzt mit kürzerem Vorlauf.
Flugzeuge aus Europa zurückgeholt
Qatar Airways hatte den Flugbetrieb an ihrem Drehkreuz Hamad International in Doha bereits wenige Tage nach Ausbruch der Kämpfe wieder aufgenommen. Im Mai begann die Airline dann, Flugzeuge zu reaktivieren, die sie zur Sicherheit nach Europa verlegt hatte.
Die Erholung kam Medienberichten zufolge allerdings nur langsam voran. So soll Qatar Airways ihre Leasinggeber gebeten haben, Leasingraten zu stunden oder zu senken. Zudem strich die Airline demnach wegen der gesunkenen Einnahmen die Bonuszahlungen für ihre knapp 58.000 Beschäftigten.