Lufthansa hat intern freiwillige Piloten und Flugbegleiter aufgerufen, zwischen dem 20. und 24. Mai zusätzliche Einsätze am Standort München zu übernehmen. Das geht aus einem internen Dokument der Lufthansa hervor, welches der Redaktion von airliners.de vorliegt.
Demnach wird die Bereederungslage intern als kritisch eingestuft.
Der sogenannte Volunteer-Aufruf erging über die "myTime App" der Airline, über die Mitarbeiter ihre Verfügbarkeit in einer eigens dafür vorgesehenen Funktion eintragen können. Bereits zuvor hatte Lufthansa laut dem Dokument eine Push-Benachrichtigung für den Zeitraum bis 22. Mai an das infrage kommende Personal versandt.
Die Durchführung des Flugplans sei sichergestellt, erklärte eine Sprecherin der Lufthansa auf Nachfrage von airliners.de. Zu dem internen Rundschreiben wollte sich die Airline inhaltlich nicht weiter äußern.
Gleichzeitig: Freistellungen bei Lufthansa Cityline
Zeitgleich mit dem Engpass bei der Muttergesellschaft befinden sich zahlreiche Flugbegleiter der Tochtergesellschaft Lufthansa Cityline nach der Einstellung des dortigen Flugbetriebs bei vollem Gehalt in der Freistellung. Die Betriebseinstellung war Folge einer eskalierenden Tarifauseinandersetzung; die Gewerkschaft Ufo hatte zuvor ihre Mitglieder mit deutlicher Mehrheit zur Urabstimmung für Streikmaßnahmen aufgerufen. Ob ein direkter Zusammenhang zwischen dem Bereederungsengpass und den freigestellten Cityline-Crews besteht, ließ Lufthansa auf Anfrage offen.
Zur Zukunft der freigestellten Cityline-Beschäftigten signalisierte Lufthansa keine vollständige Übernahme. "Es ist unser vorrangiges Ziel, so vielen Cityline-Kollegen wie möglich neue Beschäftigungsperspektiven innerhalb der Lufthansa Gruppe anzubieten", sagte die Lufthansa-Sprecherin. Die Aussichten auf eine Anschlussbeschäftigung variierten dabei "über die unterschiedlichen Gruppen, auch in Abhängigkeit von der eigenen Flexibilität".