Der Passagierverkehr an europäischen Flughäfen ist im Mai um 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gewachsen. Das teilte der Flughafenverband ACI Europe in Brüssel mit. Im April waren die Zahlen erstmals seit der Corona-Erholung gesunken (-0,7 Prozent).
Innerhalb des "EU+-Marktes" legte der Passagierverkehr um 3,4 Prozent zu, wobei die EU-Staaten mit 4,2 Prozent das stärkste Wachstum verzeichneten. Märkte außerhalb der EU blieben mit zwei Prozent hinter dem europäischen Durchschnitt zurück.
Die Entwicklung auf nationaler Ebene bleibt uneinheitlich. Innerhalb der "EU+" verzeichneten Flughäfen in der Slowakei (+112,8 Prozent), Malta (+16,5 Prozent), Estland (+13,1 Prozent) und Slowenien (+11,2 Prozent) das stärkste Wachstum. Auch Bulgarien (+9,2 Prozent), Polen (+8,9 Prozent) sowie Litauen und Dänemark (jeweils +8,5 Prozent) legten deutlich zu.
Rückgänge meldeten dagegen Flughäfen in Zypern (-4,1 Prozent), wo sich die Folgen des Kriegs im Nahen Osten weiter auf die Reisewahrnehmung auswirkten, sowie in Island (-6,2 Prozent), Österreich (-5,0 Prozent) und Lettland (-2,3 Prozent) infolge von Kapazitätskürzungen der Fluggesellschaften. Die Schweiz (-5,3 Prozent) litt unter Flugstreichungen der Swiss wegen Personalmangels und Flugzeug-Groundings sowie unter der Sanierung der Start- und Landebahn am Euroairport Basel-Mulhouse, wie ACI Europe feststellte.
Deutschland bremst wegen Cityline-Aus
Unter den größten "EU+-Märkten" legten Italien (+5,1 Prozent) und Spanien (+5,0 Prozent) im Mai etwa gleich stark zu. Frankreich (+1,7 Prozent) und Großbritannien (+0,9 Prozent) blieben weiter unter dem europäischen Durchschnitt. Die deutschen Flughäfen verzeichneten mit -0,6 Prozent ein Minus, das laut ACI Europe auf Kapazitätsreduzierungen infolge des Groundings von Lufthansa Cityline zurückzuführen sei.
Im "Nicht-EU+-Markt" wuchsen die Passagierzahlen an Flughäfen in Nordmazedonien (+27,4 Prozent), Albanien (+26 Prozent), Montenegro (+17,8 Prozent), Usbekistan (+16,2 Prozent) und Armenien (+12,7 Prozent) am stärksten. Rückgänge meldeten Israel (-17,2 Prozent), Aserbaidschan (-6,1 Prozent), Georgien (-5,9 Prozent) und der Kosovo (-4,0 Prozent). Die Türkei als größter Markt der Region wuchs moderat um 1,8 Prozent.
London-Heathrow blieb mit 7,12 Millionen Passagieren trotz eines Rückgangs von 1,2 Prozent der verkehrsreichste Flughafen Europas. Es folgte Istanbul (+2,0 Prozent) – beide Flughäfen trennten nur 3012 Passagiere. Unter den zehn größten Flughäfen schnitten die spanischen Standorte am besten ab: Barcelona (+6,5 Prozent) vor Palma de Mallorca (+4,9 Prozent) und Madrid (+4,8 Prozent). Palma de Mallorca fertigte damit mehr Passagiere ab als London-Gatwick oder München.
Kleine Flughäfen mit weniger als einer Million Passagieren verzeichneten mit +7,2 Prozent das stärkste Wachstum aller Größenklassen, liegen im Vergleich zum Vorkrisenniveau von 2019 aber weiterhin am stärksten zurück (-25,5 Prozent).
Frachtverkehr wächst zweistellig in Leipzig
Das Frachtaufkommen legte im Mai um 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zu. Unter den zehn größten Frachtflughäfen wuchsen Leipzig (+14,1 Prozent), Brüssel (+12,4 Prozent) und Amsterdam (+10,2 Prozent) zweistellig. Die größten Frachtmengen in absoluten Zahlen bewegten weiterhin Istanbul, Frankfurt und Paris-Charles de Gaulle. Die Flugbewegungen blieben mit +0,8 Prozent nahezu unverändert – ein Effekt, den ACI Europe auf den Krieg im Nahen Osten und ein strafferes Kapazitätsmanagement der Fluggesellschaften zurückführte.
ACI Europe unterteilt die Flughäfen für seine Statistik nach Passagieraufkommen in fünf Größenklassen. Flughäfen mit mehr als 40 Millionen Passagieren jährlich wuchsen im Mai im Schnitt um 1,3 Prozent, Flughäfen zwischen 25 und 40 Millionen Passagieren um 2,2 Prozent, zwischen zehn und 25 Millionen um 4,6 Prozent, zwischen ein und zehn Millionen um 4,4 Prozent und unter einer Million Passagieren um 7,2 Prozent.