Die deutschen Flughäfen haben im März 2026 ein Passagierwachstum von 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat erzielt. Damit blieben sie – zusammen mit Großbritannien (2,8 Prozent) und Frankreich (1,2 Prozent) – unter dem europäischen Gesamtdurchschnitt von 3,8 Prozent. Das geht aus dem neuesten Bericht der ACI Europe hervor.
Als wesentlichen Grund nennt der Flughafenverband nationale Luftverkehrsteuern, die das Wachstum in diesen Märkten dämpften.
Stärker zulegen konnten dagegen die Flughäfen in Italien mit 4,8 Prozent und Spanien mit 3,9 Prozent. Unter den großen europäischen Drehkreuzen verzeichnete Frankfurt ein Plus von 2,1 Prozent, München wuchs um 1,4 Prozent.
Resilienz trotz Kriegsausbruch
Auf europäischer Ebene blieb das Wachstum trotz des am 28. Februar ausgebrochenen Konflikts im Nahen Osten weitgehend stabil. Im Vormonat Februar hatte das Plus noch bei 4,2 Prozent gelegen. ACI-Europe-Generaldirektor Olivier Jankovec erklärte, der erste Kriegsmonat habe erneut die Widerstandsfähigkeit der Nachfrage gegenüber geopolitischen Schocks unter Beweis gestellt. Viele europäische Flughäfen hätten direkte Verbindungen in die Region verloren, doch die betroffenen Verkehrsströme in Richtung Asien hätten sich rasch auf alternative Routen verlagert – was teilweise auch den innereuropäischen Verkehr gestützt habe.
Innerhalb des "EU+"-Marktes, der neben EU-Staaten auch EWR-Länder, die Schweiz und Großbritannien umfasst, lag das Wachstum bei 4,1 Prozent. Die restlichen europäischen Märkte kamen lediglich auf 2,6 Prozent – nach 5,9 Prozent im Februar. Ausschlaggebend war dabei der massive Einbruch an israelischen Flughäfen um 86,3 Prozent.
Istanbul vorn, London Heathrow meistfrequentierter Flughafen
Unter den großen europäischen Hubs verzeichneten die beiden Istanbuler Flughäfen die stärksten Zuwächse: Istanbul-Atatürk legte um 7,7 Prozent zu, Sabiha Gökçen um 7,2 Prozent. London Heathrow folgte mit einem Plus von 6,9 Prozent und blieb mit 6,64 Millionen Passagieren der meistfrequentierte Flughafen Europas im März. Barcelona wuchs um 5,4 Prozent, Madrid um 4,2 Prozent. London Gatwick verzeichnete als einziges der großen Drehkreuze einen leichten Rückgang von 2,5 Prozent.
Besonders dynamisch entwickelten sich innerhalb des EU+-Raums die Flughäfen in der Slowakei (+130,7 Prozent), Slowenien (+17 Prozent) und Dänemark (+13,8 Prozent). Zypern hingegen verzeichnete ein Minus von 15,3 Prozent – nach ACI-Europe-Angaben als Folge der Medienberichterstattung über einen Drohnenvorfall nahe einer britischen Militärbasis, obwohl die tatsächliche Sicherheitslage auf der Insel stabil geblieben sei.
Fracht unter Druck, Ausblick ungewiss
Deutlich schlechter als der Passagierverkehr entwickelte sich im März die Luftfracht: Die Frachtvolumen an europäischen Flughäfen sanken um 3,1 Prozent – ein starker Kontrast zu den Zuwächsen von 6,4 Prozent im Januar und 8,9 Prozent im Februar. Hintergrund ist der Wegfall von Frachtkapazitäten, die üblicherweise über Nahost-Hubs nach Europa transportiert werden. Die Flugbewegungen nahmen um 1,3 Prozent zu, nach 2,0 Prozent im Vormonat.
Für den weiteren Jahresverlauf äußerte sich Jankovec vorsichtig optimistisch: Für die Spitzenmonate des Sommers sei vorerst kein Rückgang der Passagierzahlen zu erwarten – es sei denn, es käme zu erheblichen Engpässen bei Flugzeugtreibstoff. Nahost-Fluggesellschaften bauten ihr Europa-Netz bereits wieder aus, europäische Airlines hätten bislang nur begrenzte Kapazitätsanpassungen vorgenommen. Für die Zeit nach dem Sommer bleibe die Lage jedoch schwer einzuschätzen: Entscheidend seien die weitere geopolitische Entwicklung und mögliche Auswirkungen der Ölkrise auf die Kaufkraft der Reisenden.