Die Bundesregierung arbeitet an einer Ausweitung der Flugverbindungen zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Ein Regierungssprecher sagte auf Anfrage von airliners.de, die Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit des Luftverkehrs sei ein wichtiger Bestandteil zur Wiederbelebung von Wachstum und wirtschaftlicher Dynamik in Deutschland.
Die Bundesregierung arbeite intensiv daran, die Möglichkeiten internationaler Flugverbindungen von und nach Deutschland zu erweitern. Die Vereinigten Arabischen Emirate wünschten sich einen Ausbau der Verbindungen, weshalb das Thema Landerechte möglicherweise erörtert werde, so der Sprecher. Er verwies auf öffentliche Äußerungen des Bundeskanzlers nach den Gesprächen in Abu Dhabi.
Emirates hatte Ende Januar Slots für Flüge nach Berlin beantragt. Die Airline plant bei Erteilung der Verkehrsrechte, im Dezember mit einer Boeing 777 zu starten. Eine Studie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt zufolge würde ein täglicher Flug rund 500 Arbeitsplätze schaffen, 140.000 zusätzliche Passagiere bringen und etwa 55.000 Übernachtungen generieren.
Die Aufnahme hängt von einer Erweiterung des bilateralen Luftverkehrsabkommens ab. Nach Informationen von airliners.de wird in den Verhandlungen neben Berlin auch über Stuttgart gesprochen. Emirates betreibt bereits Verbindungen zu vier deutschen Flughäfen: Frankfurt am Main, München, Düsseldorf und Hamburg. Mit Berlin und Stuttgart würden zwei weitere Ziele hinzukommen.
Kanzler auf Wirtschaftsreise in Golfstaaten
Bundeskanzler Friedrich Merz absolviert diese Woche seine zweite Reise in die Golfstaaten. Die Reise führte zunächst nach Saudi-Arabien, wo es vor allem um den Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen ging. Zu den Themen zählten Energie, Umwelt, Verteidigung, Technologie, Medizin sowie digitale Infrastruktur und Künstliche Intelligenz.
Am Donnerstag reiste der Kanzler nach Katar und in die Vereinigten Arabischen Emirate weiter, um auch mit diesen Ländern die Zusammenarbeit zu vertiefen. Merz sagte, Deutschland werde seine Freiheit, Sicherheit und seinen Wohlstand auf Dauer besser bewahren und mehren können, wenn es solche Partnerschaften habe.
Die Landesregierungen von Berlin und Brandenburg, Industrie- und Handelskammern sowie der Flughafen Berlin-Brandenburg befürworten eine Emirates-Verbindung. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner und die Ministerpräsidenten der ostdeutschen Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen hatten sich in einem Schreiben an den Bundeskanzler gewandt. Sie verwiesen auf das Ungleichgewicht bei Langstreckenflügen: An westdeutschen Flughäfen starten täglich mehr als 180, im Osten fünf.
Widerstand aus Bayern und Hessen
Hessens Ministerpräsident Boris Rhein und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder lehnen zusätzliche Landerechte ab. In einem Schreiben von Anfang Oktober 2025 an Kanzler Merz warnten sie vor einer Schwächung der Drehkreuze Frankfurt und München.
Das Bundesverkehrsministerium bremste die Emirates-Pläne bislang aus, wie airliners.de aus Branchenkreisen erfuhr. Eine zeitnahe Entscheidung über die Erweiterung des Luftverkehrsabkommens gilt laut Insiderinformationen als eher unwahrscheinlich.