Das Bundeskabinett hat am Mittwoch eine Nationale Tourismusstrategie verabschiedet. Die im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie erarbeitete Strategie soll die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands im Tourismus stärken und der Branche eine Zukunftsperspektive bieten, wie die betroffenen Verbände mitteilten.
Die Strategie umfasst alle Bereiche der Tourismuswirtschaft vom Gastgewerbe über die Reisewirtschaft bis zur Mobilitäts- und Freizeitwirtschaft. Ein zentraler Punkt ist die Stärkung des Luftverkehrs: Die Strategie fordert den Ausbau der Luftverkehrsverbindungen von und nach Deutschland.
Verweis auf Koalitionsbeschlüsse
Konkret verweist die Tourismusstrategie auf die Beschlüsse des Koalitionsausschusses vom November 2025 zur Stärkung des Luftverkehrsstandortes Deutschland. Die Bundesregierung hatte Ende vergangenen Jahres Kostenreduktionen, Effizienzsteigerungen und regulatorische Entlastungen beschlossen. Dazu gehört die Absenkung der Luftverkehrsteuer zum ersten Juli 2026.
Neben der Luftverkehrsentlastung sieht die Strategie weitere Maßnahmen vor: Bürokratieabbau, Arbeitszeitflexibilisierung mit einer wöchentlichen statt täglichen Höchstarbeitszeit sowie die Beschleunigung von Visa-Verfahren auf maximal acht Wochen Bearbeitungsdauer mit rein digitalen Prozessen.
Modernisierung der Infrastruktur
Die Bundesregierung will zudem den Mobilitätsstandort Deutschland wettbewerbsfähiger machen. Dazu plant sie Investitionen in die Modernisierung von Straßen und Schiene sowie die Verbesserung der Konnektivität. Für den Kreuzfahrttourismus sind Investitionen in Landstromanlagen und Hafeninfrastruktur vorgesehen.
Bei der EU-Pauschalreiserichtlinie will die Bundesregierung auf zusätzliche nationale Verschärfungen verzichten. Die Weiterentwicklung der Insolvenzabsicherung über den Deutschen Reisesicherungsfonds mit dem Ziel, die Kostenbeiträge zu senken, ist ebenfalls in der Strategie festgeschrieben.
Verbände begrüßen Strategie
Die Branchenverbände begrüßten die Strategie. Der Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften hob hervor, dass die Strategie die Bedeutung des Luftverkehrs für den Tourismus anerkennt. Der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft betonte den wirtschaftspolitischen Fokus der Strategie. Der Deutsche Reiseverband wertete die Strategie als starkes Signal für die Reisewirtschaft.
Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft unterstrich die zentrale Rolle des Luftverkehrs für den Tourismusstandort Deutschland. Fast jeder zweite Reisende aus dem Ausland komme mit dem Flugzeug nach Deutschland. Die Strategie benenne konkrete Ansatzpunkte zur Verbesserung der Standortbedingungen, darunter die Absenkung der staatlichen Kosten und die Rücknahme der jüngsten Erhöhung der Luftverkehrsteuer. Zudem sehe die Strategie Fortschritte bei der digitalen Reisekette vor, die schnellere Abläufe an Flughäfen ermöglichen sollen.
Die Tourismusbranche steht nach Angaben des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft für rund 3,7 Prozent der Bruttowertschöpfung in Deutschland und beschäftigt etwa 2,7 Millionen Menschen.
