Der als "Pannenjet" bekannt gewordene Regierungsflieger "Konrad Adenauer" vom Typ Airbus A340 wird abgewrackt. Die Lufthansa Technik hat die im Herbst 2023 ausgemusterte Regierungsmaschine gekauft und will sie nun ausschlachten, wie ein Unternehmenssprecher bestätigte. Zahlreiche Teile des 25 Jahre alten Jets könnten noch verkauft und in anderen Flugzeugen verwendet werden. Unter anderem gelten die Triebwerke noch als hochwertig.
Interesse an dem Flugzeug hatte auch der Immobilienentwickler Alexander Skora mit seiner HappyGoSky GmbH angemeldet. Sein Plan war es, aus der Maschine ein Museum zu machen.
"Dieser Airbus A340 hat nicht nur für die Bundesrepublik Deutschland, sondern auch für mich persönlich eine politische Bedeutung. Es wäre schade, wenn ein solch historisches Flugzeug nur in Teilen weiterexistieren würde", hatte Skora in einer Mitteilung erklärt.
Kurz bevor die Lufthansa Technik den Zuschlag für den Kauf erhielt, habe sich Skora einem Bericht des "Spiegels" zufolge bei dem bundeseigenen Verwertungsunternehmen Vebeg gemeldet und ein verspätetes Gebot für den "Pannenjet" abgegeben. Da Skora sein Gebot jedoch weit nach der gesetzten Frist eingereicht habe, sei er nicht berücksichtigt worden, heißt es.
A340 soll im spanischen Teruel zerlegt werden
Die Lufthansa-Technik kauft dem Unternehmenssprecher zufolge regelmäßig ältere Maschinen zur Weiterverwertung an. Das häufig von Kanzlerin Angela Merkel und ihrem Nachfolger Olaf Scholz genutzte Flugzeug soll nach einem kurzen Zwischenstopp in Hamburg ins spanische Teruel fliegen, um dort demontiert zu werden.
Laut dem "Spiegel" hat Lufthansa Technik einen einstelligen Millionenbetrag an Vebeg gezahlt. Der Jet hatte bei mehreren Regierungsreisen unterschiedlichste Pannen erlitten. Probleme gab es unter anderem in New York, Beijing und zuletzt für Bundesaußenministerin Annalena Baerbock in Abu Dhabi.
Verwendung von luxuriösem Interieur unklar
Unklar bleibt zunächst die Verwendung der luxuriösen Sonderausstattung mit Schlafzimmer, Dusche und Konferenzräumen. Darüber werde später entschieden, sagte der Lufthansa-Sprecher. Die Flugbereitschaft der Bundeswehr hatte den von der Lufthansa übernommenen Langstreckenjet gemeinsam mit dem Schwesterflugzeug "Theodor Heuss" im Jahr 2011 in Betrieb gesetzt. Inzwischen trägt eine neue Regierungsmaschine vom größeren Typ A350 den Namen des ersten Bundeskanzlers Adenauer.