Bei Lufthansa ist der Flugbetrieb nach dem Streik vom Vortag wieder angelaufen. Derzeit gebe es keine Störungen oder Ausfälle, sagte am Morgen ein Sprecher des Unternehmens.
Am Donnerstag waren wegen zeitgleicher Arbeitsniederlegungen der Piloten und der Flugbegleiter rund 800 Flüge bei der größten deutschen Fluggesellschaft ausgefallen. Rund 100.000 Passagiere waren von dem auf einen Tag begrenzten Streik betroffen. Schwerpunkte waren die Flughäfen in München und Frankfurt.
Die Vereinigung Cockpit zog eine positive Bilanz des Arbeitskampfes. Nach Angaben der Gewerkschaft blieben rund 93 Prozent der bestreikten Flüge am Boden. "Unsere Mitglieder haben sich entschlossen und geeint gezeigt", sagte VC-Präsident Andreas Pinheiro.
Die Gewerkschaft wies zeitgleich Behauptungen zurück, es gehe um mehr als die betriebliche Altersversorgung. Im Streikaufruf seien ausschließlich konkrete Forderungen zur Altersversorgung festgelegt worden, betonte Pinheiro. Andere Ziele habe es nicht gegeben.
Auch Aussagen von Lufthansa-Personalvorstand Michael Niggemann zu den Rentenbezügen wies die VC zurück. Niggemann hatte während des Streiks erklärt, ein Lufthansa-Pilot gehe mit Bezügen von 8400 Euro in den Ruhestand. Die meisten Piloten gingen jedoch mit einer betrieblichen Altersversorgung zwischen 2000 und 5000 Euro in Rente, so die Gewerkschaft. Den Höchstbetrag erreiche nur eine sehr kleine Gruppe.
Die VC erklärte, insgesamt sieben Verhandlungsrunden seien ohne greifbares Ergebnis geblieben. Zu keinem Zeitpunkt habe ein Angebot der Arbeitgeberseite vorgelegen. Noch im Januar habe die Tarifkommission einen Vorschlag für eine temporäre Lösung unterbreitet, den das Management ignoriert habe. Die Gewerkschaft zeigte sich zu Gesprächen und Entgegenkommen bereit, forderte aber zunächst einen Schritt der Arbeitgeberseite.
Am Frankfurter Flughafen erwartet der Betreiber Fraport für heute mit 1160 Starts und Landungen einen besonders regen Flugverkehr. Grund sind zusätzlich eingeplante Flüge, um umgebuchte Passagiere transportieren zu können.