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Der CRRC 600 soll bis zu 600 km/h schaffen. © CRRC

Darf es ein bisschen mehr sein? 300, 620 oder 1000 Kilometer pro Stunde ist mit aktuellen Bodenverkehrskonzepten abseits des Systems Rad/Schiene angedacht. In zwei Teilen betrachtet airliners.de die zunehmende Verbreitung der Magnetschwebebahntechnik, auch als Ersatz für die Kurzstreckenflüge, und das Hyperloop-Konzept, das in der Zukunft sogar die Mittelstrecke angreifen könnte.

Was fällt einem als Erstes beim Thema Magnetbahn ein? Hierzulande vermutlich die Transrapid-Rede des früheren bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber. Wer das Thema abwürgen will, der greift also zu dem Tiefschlag mit einem Stoiber-Witz. Sachliche Diskussionen sind dann erst einmal passé.

Dabei ist die Technik gar nicht so lächerlich. In den vergangenen Jahren kam die Magnetbahn sogar vielfach wieder ganz neu in den Fokus. Neuentwicklungen der Magnetschwebetechnik gibt es unter andrem in Südkorea, Japan und vor allem in China. Auch Deutschland ist wieder dabei.

Doch welche Möglichkeiten gibt es? Da ist natürlich der untere Geschwindigkeitsbereich. Alle vier genannten Länder haben ein Produkt mindestens im Testbetrieb, dass unter 160 km/h fahren kann. Für eine Magnetbahn ist das langsam. Für ein Rad-Schiene-Systeme hingegen bereits aufwendig beim Streckenbau. Diese Systeme, wozu auch das deutsche Transport System Bögl gehört, das derzeit in China getestet wird, in Hamburg als Frachttest gebaut wird und möglicherweise auf dem Flughafen München als Naherschließung genutzt wird, werden in diesem Artikel allerdings nicht betrachtet, auch wenn sie als Flughafenzubringer durchaus geeignet wären. Sie fallen damit in der Regel in die Nah- und Regionalverkehrssysteme.

Wenn High Speed durch neue Systeme zu Medium Speed wird

Für eine Betrachtung der möglichen Konkurrenzsysteme zum Kurzstreckenflug sind die Hochgeschwindigkeitssysteme ab 300 km/h aufwärts interessant. Diesbezüglich sind derzeit nur noch zwei Länder im Rennen: Japan und China.

China hat im Prinzip vier Systeme mit dem deutschen Transrapid. Letzterer ist schon lange im Einsatz und das Vorbild für weitere Entwicklungen. Eine Neuentwicklung, die dem Transrapid sehr ähnlich sieht, ist für Geschwindigkeiten bis 300 km/h angedacht. Die Idee ist, damit Städte auch in Gegenden, die enge Kurvenradien benötigen, schnell zu verbinden, wie magnetbahn.org berichtet. Zum Prototypen, der von der Tongji Universität vorgestellt wurde, gibt es allerdings bislang nur wenige Informationen.

Auf teure Tunnel kann oft verzichtet werden

Trotzdem kann der "Medium Speed"-Zug durchaus eine Konkurrenz für den Kurzstreckenverkehr in der Luft. Allerdings nur in speziellen Situationen wie in geologisch anspruchsvollen Gebiete wie Bergregionen. Nicht selten gibt es Luftverkehr zwischen zwei Städten, weil der Bau einer Eisenbahn eine enorme Herausforderung ist. Das Rad-Schiene-System ist für große Steigungen und Steilkurven mit hoher Geschwindigkeit nicht geeignet. Zumal Hochgeschwindigkeitszüge nicht besonders schnell beschleunigen.

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