Die Luftfahrtindustrie ist gespalten in der Frage, ob sie ihre Klimaziele erreichen kann. Fast ein Drittel der für Nachhaltigkeit zuständigen Führungskräfte glaubt, dass sie die Frist zur Mitte des Jahrhunderts verfehlen wird. Das ergab eine von GE Aerospace in Auftrag gegebene Umfrage.
Die weltweite Umfrage zeigt zudem auf, dass immerhin fast die Hälfte der 325 befragten Führungskräfte glauben, dass die Branche ihr Ziel der Netto-Null-Emissionen bis 2050 erreichen wird.
Diese 46 Prozent stehen den 32 Prozent gegenüber, die nicht dran glauben nebst 22 Prozent, die sich unsicher sind. Der Großteil glaubt jedoch, dass der Sektor seine Ziele immerhin bis 2055 erreichen könne.
"Die Befragten sind geteilter Meinung darüber, ob die Fortschritte in der richtigen Geschwindigkeit erfolgen. 51 Prozent sind dabei der Meinung, dass sie zu langsam sind – was die Dringlichkeit eines längerfristigen Ziels unterstreicht", heißt es seitens GE Aerospace.
Laut GE gaben 74 Prozent der Befragten zudem an, dass sie ihre "grünen" Investitionen trotz Inflation oder Rezession beibehalten oder erhöhen würden.
"Es wird nicht einfach sein"
"Die Umfrage versucht zu zeigen, dass dies ein ehrgeiziges Ziel ist, aber es wird nicht einfach sein", sagt Allen Paxson, Vizepräsident für kommerzielle Programme beim US-Triebwerkshersteller.
Paxson glaubt dennoch, dass das Ziel zu erreichen sei. "Das ist ein Zeichen dafür, dass es den Leuten wirklich ernst ist. Dass einige Leute andere Prognosen haben als andere, ist in Ordnung: Wir sollten uns damit abfinden und weitermachen."
Der Chef der International Air Transport Association (Iata), Willie Walsh, sagte jüngst, die Airlines seien dem 2050-Ziel "absolut verpflichtet" – aber es werde schwierig sein, es zu erreichen.
Die Luftfahrtindustrie hat sich das Ziel gesetzt, bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen. Als einer der wichtigsten Wege dorthin gilt der weit verbreitete Einsatz von Sustainable Aviation Fuel (SAF). SAF macht bisher aber nur 0,1 Prozent des Treibstoffverbrauchs der Airlines ausmacht.
Umweltkritiker halten die Ziele aufgrund der geringen SAF-Verfügbarkeit für unrealistisch und argumentieren, dass sie nur durch eine deutliche Reduzierung des weltweiten Flugverkehrs erreicht werden können.