Die US-Frachtairline Kalitta Air hat Insidern zufolge acht Airbus A350F bestellt. Es wäre die erste Bestellung der Airline bei einem europäischen Hersteller. Bisher setzte sie auf ihren langjährigen Lieferanten Boeing. Kalitta Air fliegt unter anderem für das US-Militär und für zivile Auftraggeber.
Die in Michigan ansässige Kalitta Air erklärte, sie prüfe die Maschine, habe aber noch keine Entscheidung getroffen. Die Airline teilte mit: "Kalitta Air evaluiert die Airbus-A350F-Plattform im Rahmen unserer langfristigen Flottenplanung." Weiter hieß es: "Zum jetzigen Zeitpunkt bleiben wir in der Evaluierungsphase und haben keine Flugzeugbestellung bekannt zu geben."
Airbus wollte sich nicht zu geschäftlichen Gesprächen äußern. Die Daten des Herstellers weisen Ende August einen Auftrag über acht Frachter aus, ohne den Käufer zu nennen. Nach Angaben der drei mit dem Vorgang vertrauten Personen handelt es sich um eine Festbestellung. Dass Airbus den Käufer nicht nennt, ist üblich, wenn Airlines ihre Expansionspläne möglichst lange vor Wettbewerbern verbergen wollen.
Einer der Insider sagte, die Entscheidung einer Airline für eine größere Flotte lasse sich typischerweise als Verhandlungsmasse in Tarifgesprächen mit den Piloten nutzen. Es gebe deshalb keinen Anreiz, sie öffentlich zu machen. Die Verhandlungen zwischen dem Management von Kalitta Air und der Pilotengewerkschaft Air Line Pilots Association laufen nach Angaben eines Gewerkschaftssprechers seit Ende 2024. Die Gewerkschaft vertritt die Piloten der Airline.
Boeing prägt die Flotte
Kalitta Air betreibt mehr als 24 Frachter vom Typ Boeing 747 und 777. Sie fliegt im Linien- und im Charterverkehr, zu den Kunden zählen das Pentagon und der US-Postdienst USPS. Gegründet wurde die Airline im Jahr 2000 vom Dragster-Rennfahrer Conrad Kalitta, genannt Connie.
Der lange von Boeing dominierte Markt für Frachtflugzeuge gerät in Bewegung. Airbus hat die A350F aufgelegt, um der nicht mehr gebauten Boeing 747 und zwei Versionen der Boeing 777 Konkurrenz zu machen.
