Der neue Airbus-Frachter A350F soll am Dienstag in Toulouse zu seinem Erstflug starten. Als Zielzeit für den Start nennt der Hersteller 11:30 Uhr deutscher Zeit. Airbus überträgt den Jungfernflug per Livestream auf seiner Programmseite. Die Übertragung beginnt bereits um 10:30 Uhr deutscher Zeit mit Einblicken in die Vorbereitungen.
Zur Besatzung gehören fünf Personen. Neben zwei Piloten sind ein Testflugingenieur und zwei Flugversuchsingenieure an Bord. Airbus hatte den Termin am Freitag bekanntgegeben und darauf hingewiesen, dass sich der Start je nach Wetterlage noch verschieben könne.
Rund 400 Flugstunden bis zur Zulassung
Mit dem Erstflug beginnt die Flugerprobung des Musters. Sie umfasst rund 400 Flugstunden. Die Zertifizierungskampagne soll etwa neun Monate dauern. Airbus setzt dafür zwei Testflugzeuge mit den Seriennummern MSN700 und MSN701 ein. In den vergangenen Wochen hatte eine A350F in Toulouse bereits Startabbrüche bei hoher Geschwindigkeit absolviert.
Laurent Bussiere, leitender Flugversuchsingenieur im A350F-Programm, hatte den Aufwand mit der Bauweise des Frachters begründet. Das Flugzeug sei weder eine A350-1000 noch eine A350-900, sondern liege zwischen beiden Versionen, sagte er. Die A350F basiert auf der A350-1000 und übernimmt deren Tragflächen. Der vordere Rumpfabschnitt entspricht in der Länge allerdings dem der A350-900, der hintere dem der A350-1000.
Nach Angaben von Airbus gingen dem Erstflug fünf Jahre voraus. In dieser Zeit plante der Hersteller das Programm im Detail und erprobte Bauteile sowie Demonstratoren. Gefertigt wird die A350F an Standorten in ganz Europa. Airbus begleitet das Programm auf einer eigenen Website mit Berichten aus Produktion und Entwicklung sowie zu Kundenaufträgen.