Der Frachter A350F von Airbus soll am Dienstag, 29. September, um 10:20 Uhr zu seinem Erstflug starten. Das teilte der Hersteller am Freitag in den sozialen Medien mit. Airbus kündigte zudem an, den Jungfernflug per Livestream zu übertragen, damit die Öffentlichkeit das Ereignis verfolgen kann.
Die Besatzung beim ersten Flug besteht aus fünf Personen. Neben zwei Piloten sind ein Testflugingenieur und zwei Flugversuchsingenieure an Bord. Je nach Wetterbedingungen könnte sich der Erstflug aber noch verzögern, hieß es.
Nach Angaben von Airbus gehen dem Erstflug fünf Jahre voraus, in denen das Programm im Detail geplant sowie Bauteile und Demonstratoren erprobt wurden. Vorbereitet wurde der Erstflug im Entwicklungssimulator. Im Anschluss folgt eine Flugerprobung mit rund 400 Flugstunden. Die Zertifizierungskampagne soll etwa neun Monate dauern. Airbus setzt dafür zwei Testflugzeuge mit den Seriennummern MSN700 und MSN701 ein. In den vergangenen Wochen absolvierte eine A350F in Toulouse bereits Startabbrüche bei hoher Geschwindigkeit.
Laurent Bussiere, leitender Flugversuchsingenieur im A350F-Programm, begründete die aufwendige Erprobung mit einer Besonderheit des Frachters. Das Flugzeug sei weder eine A350-1000 noch eine A350-900, sondern liege zwischen beiden Versionen, sagte Bussiere.
Obwohl die A350F auf der A350-1000 basiere, entspreche der vordere Rumpfabschnitt in seiner Länge dem der A350-900, der hintere dem der A350-1000. Hinzu kämen die Tragflächen der A350-1000. Deshalb müsse das Verhalten des Gesamtsystems mit diesem Modell untersucht werden.