"Berlin wird ein richtig starker Markt für Emirates", © Emirates
Tim Clark © Emirates
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Diese Fragen beantwortet der Artikel

  • Wie beeinflussen Liefer- und Wartungsprobleme die Flottenplanung von Emirates?
  • Welche Folgen hätte das Berlin-Abkommen für Emirates’ übriges Deutschland-Geschäft?
  • Wie beurteilt Emirates die Einsatzmöglichkeiten der Jetzero Z4?

Mit KI aus dem Artikel erstellt

Seit den frühen Neunzigerjahren arbeitet Emirates aus Dubai beharrlich darauf hin, neben ihren vier Strecken nach Deutschland, auf denen sie im Open Sky alle Rechte besitzt, auch Berlin anzufliegen. Jetzt schien es mit einem Abkommen zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten so weit. Aber die unterzeichneten Dokumente sind nicht eindeutig in ihrer Aussage, offenbar sollen die Emirate im Gegenzug für täglich einen neuen Flug nach Berlin ihre gegenwärtigen Frequenzen zu den anderen Zielen nicht mehr ausweiten dürfen. Emirates-Präsident Sir Tim Clark erklärt die Hintergründe im airliners.de-Interview, blickt aber auch auf das bisherige Jahr mit dem Irankrieg zurück und welche Bedingungen seine Gesellschaft damit heute vorfindet und wie es weitergeht. Wichtigster nächster Meilenstein ist vermutlich im Frühsommer 2027 die Lieferung der ersten Boeing 777-9.

airliners.de: Was hat sich für Emirates seit dem Kriegsausbruch am 28. Februar geändert?

Tim Clark: Wir operieren mit 91 Prozent unserer Kapazität, ein Teil der nicht aktiven Kapazität sind die sieben A380, für die wir keine Triebwerke haben. 28 Triebwerke warten darauf, überholt zu werden, denn unsere Freunde bei "Pratt & Whitney" und GE, der Alliance Group, sind nicht in der Lage, das abzuwickeln oder sie zumindest zu warten.

Nach dem, was Ende Februar in Dubai geschah, haben wir uns sortiert und sind nach drei Tagen wieder geflogen. Wir waren in der Lage, die Dinge wieder ohne allzu große Probleme in Gang zu bringen.

Woher kommt diese Resilienz?

Als wir die Airline damals Mitte der Achtzigerjahre aufgebaut haben, war das mitten im ersten Iran-Irak-Krieg und wir haben gesehen, wie Tanker vor der Küste von Dubai nach Treffern mit Exocet-Raketen in die Luft flogen. Wir sind quasi damit groß geworden und waren seither immer in dieser Situation.

Egal welche Traumata wir durchlebt haben, von der Finanzkrise bis Corona, das Airline-Management und die Besatzungen lassen sich davon nicht verunsichern. Wir sind natürlich nicht daran gewöhnt, aber nach all den Krisen hat die Emirates-Gruppe Ressourcen an nötigen Fähigkeiten aufgebaut, um mit Umständen wie diesen umzugehen.

Wie haben Sie den Kriegsbeginn diesmal erlebt?

Ich war in London am 28. Februar und war an Bord von Emirates-Flug EK08, kurz bevor wir zur Piste rollen wollten. Da sagte der Skipper [wie Tim Clark den Flugkapitän nennt, Anm. d. Red.]: "Wir haben ein Problem in Dubai." Ich bin ins Cockpit gegangen und habe von ihnen erfahren, was los war und mir aus Dubai berichten lassen. Mir war klar, dass wir jetzt alles stoppen müssen und unsere Flüge aussetzen. Wir haben die ganze Airline zum Halten gebracht, alles wurde eingefroren.

Wir haben uns dann einen Überblick verschafft, und nach drei Tagen den Flugbetrieb wieder hochgefahren. Durch die ausgeklügelten Warnsysteme des Militärs in den Arabischen Emiraten wussten wir immer, was sicher war.

Emirates und Etihad sind aus Europa immer noch fast die einzigen großen Netzwerkgesellschaften zu ihren beiden Drehkreuzen …

Alle europäischen Airlines sind derzeit weder in Dubai noch in Abu Dhabi vertreten, die sind bisher nicht zurückgekommen. Dabei sehen sie Emirates in perfekter Sicherheit operieren und mit sehr hohen Ladefaktoren fliegen, etwa aus Großbritannien und anderen Ländern. In den letzten Wochen waren unsere Einnahmen trotz sieben gegroundeter A380 höher als im gleichen Zeitraum vor einem Jahr, das unser finanziell erfolgreichstes Jahr war.

Wir haben derzeit eine Art Monopol nach Dubai, und die Luftfracht ist auch sehr erfolgreich.

Welche Einstellung braucht man als Airline, um mit solchen Widrigkeiten umzugehen?

Wir sind natürlich nicht selbstgefällig bei diesen Faktoren. Aber abgehärtet und kampferprobt, wenn man das so sagen kann, gegen Widrigkeiten und Abriegelungen. Das Mindset der Leute, die damit zurechtkommen müssen, lässt sich davon nicht aus dem Konzept bringen.

Emirates mit ihrer geographischen Lage ist in einer einmaligen Position. Natürlich hatten wir Herausforderungen, wie der ganze Mittlere Osten im Moment. Aber so ähnlich wie bei der Corona-Pandemie sehe ich bereits das Ende des Krieges – ich glaube nicht, dass das in irgendwessen Interesse ist, damit fortzufahren. Wenn das Mitte nächsten Jahres immer noch weitergehen würde, wäre ich überrascht.

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Maschinen von Ryanair und Lufthansa stehen am Frankfurter Flughafen., © dpa/Boris Roessler
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Tim Clark, © Emirates
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Gate of the Future am Flughafen Frankfurt, © airliners.de/Andreas Sebayang
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Intermodalität: Passagiere gehen vom Flughafen zum Bus/Taxi, © DPA/Alejandro Martínez Vélez/EUROPA PRESS
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