Gulf Air hat eine Absichtserklärung für den Nurflügler Jetzero Z4 unterzeichnet. Das bestätigte Vorstandschef Martin Gauss im Interview mit airliners.de. Die Fluggesellschaft aus Bahrain will damit Erstkunde im Nahen Osten werden.
Wie viele Flugzeuge Gulf Air vorbestellt hat, teilte Gauss nicht mit.
Gemeinsam mit United Airlines, Alaska Airlines und Japan Airlines entwickelt die Fluggesellschaft die Kabine und das Passagiererlebnis des neuartigen Flugzeugtyps mit. Offen ist nach Angaben von Gauss weiterhin, ob die Z4 Kabinenfenster erhält oder nur Projektionen der Außenansicht.
Die Z4 soll nach Angaben des Herstellers in den frühen 2030er Jahren in den Liniendienst gehen und 240 bis 250 Passagiere befördern. Bei Gulf Air soll sie künftig die Lücke zwischen dem Airbus A321 Neo und der Boeing 787-9 schließen.
Auf der Farnborough Air Show im Juli hatte sich Gulf Air in die Gruppe der ersten Fluggesellschaften eingereiht, die eine Absichtserklärung für die Z4 unterzeichnet haben. Der Nurflügler soll parallel auch als militärische Transportversion entstehen.
Gauss verweist auf frühe C-Series-Bestellung
Gauss hatte bereits als Air-Baltic-Chef früh auf ein neues Flugzeugkonzept gesetzt. Die damalige Bombardier C-Series, heute als Airbus A220 bekannt, bestellte er, bevor sich der Typ am Markt etabliert hatte. Den Kontakt zu Jetzero pflegt er nach eigenen Angaben schon länger, weil der frühere A220-Ingenieur Rob Dewar seit 2024 im Board of Directors des Start-ups sitzt.
Den ersten persönlichen Kontakt zu Jetzero habe es Ende 2025 bei der Dubai Air Show gegeben, kurz nachdem Gauss seinen Posten bei Gulf Air angetreten habe, sagte der Manager. Anschließend habe die Fluggesellschaft die Z4 in ihre kommende Flottenstrategie aufgenommen.
Die Produktionshallen für die Z4 entstehen im US-Bundesstaat North Carolina, in Greensboro, in direkter Nachbarschaft zur Fabrik des Überschallflugzeug-Herstellers Boom Supersonic.
Gauss hält die Z4 für ein Nischenprodukt
Gauss rechnet nicht damit, dass sich das Nurflügel-Konzept branchenweit durchsetzt. Selbst wenn Jetzero Hunderte Maschinen verkaufe, bleibe die Z4 eher ein Nischenprodukt, sagte er. Dass Airbus oder Boeing dem Beispiel automatisch folgten, glaube er nicht. Beide Hersteller gingen ihren eigenen Weg.
Bei der Kurz- und Mittelstreckenflotte ließ sich Gauss nicht festlegen. Gulf Air prüfe sowohl die Airbus A321 LR als auch die A321 XLR, eine Entscheidung solle möglicherweise zur Bahrain Air Show im November fallen, sagte er.